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Lesen wir alle das Gleiche?


"Keine zwei Menschen lesen jemals das gleiche Buch." - Edmund Wilson
Oder doch?

Gerade auf Facebook bin ich gerne aktiv in diversen Büchergruppen. Dort gibt es diverse, sich immer wiederholende, Fragen. Ein Tolino oder ein Kindle? Überhaupt eReader? Indie-Autoren ja oder nein? Wie groß ist dein SUB? Über diese Fragen scheint sich die Buch-Community schier endlos austauschen zu können.

Was sie allerdings noch sehr gut zu beherrschen scheint, ist das Empfehlen der ewig gleichen Bücher und Autoren. Da mir das inzwischen immer mehr auffällt, drängte sich die Frage auf, ob wir tatsächlich alle das Gleiche lesen. Versteht mich nicht falsch, wir lesen natürlich nicht alle das Gleiche. Doch gibt es eine deutliche Gewichtung, von der ich wissen möchte, woher sie kommt.

Fragt man nach einem spannenden Krimi oder Thriller, schreien die Ersten man solle doch einen Fitzek lesen. Dann trudeln allmählich die Leser ein, die z.B. einen Jo Nesbo empfehlen. Oder eine Karin Slaughter. Fragt man nach etwas aus dem Fantasy Bereich, bombadieren einen die Leser mit Jugendbuch-Dystopien mit bestenfalls fantastischer Basis und reichlich Beziehungsdreieck-Gedöns. Etwas fürs Herz? "Ein ganzes halbes Jahr", "Weil ich Layken liebe", "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" - ganz groß dabei momentan. Man kann sich die Antworten praktisch selbst geben. Will man etwas, das man noch nicht hunderte Male in anderen Threads gesehen hat, muss man schon konkreter werden. Damit werden die Antworten aber auch automatisch weniger. Als ob es darüber hinaus nicht mehr viel gäbe.

Lesen wir wirklich so massentauglich? Wo sind die Autoren, die nicht die Bestsellerlisten rauf und runter fahren und zu Unrecht übersehen werden? Warum kann sich die Masse dafür nicht begeistern? Ist es die Anstrengung, die man unternehmen muss, sie zu finden?

Der Buchmarkt ist im Fluss. Erst kürzlich beklagte sich jemand, in ihrer Buchhandlung schrumpfe das Regal für Vampirfantasy und deren animalischen Kollegen auf ein Kleinstmaß. Was werden wir wohl morgen lesen? Wahrscheinlich mehr Gay/Bi-Romance, sobald auch noch der letzte Trittbrettfahrer von "Shades of Grey" das Zeitliche gesegnet hat.

Generell ist der so genannte "Mommy Porn" ein extrem beliebtes Thema unter den weiblichen Lesern. Da hat man wenigstens noch aufregenden Sex in Buchform. Indie-Autoren zu diesem Genre werden gefühlt im Stundentakt geboren. Die Erotik-eBooks explodieren in ihren Zahlen, so wie die Protagonisten in ihre bebenden Wunderweiber. Und während die berufstätige Ehefrau morgens in der Bahn verträumt auf ihren eReader starrt, haut am anderen Ende der Welt wieder eine Abigail F. Lovelust in ihre Tasten um ihr Studium zu finanzieren. Wenn es ihr zu langweilig wird, kann sie immerhin noch "Dinosaur Porn" schreiben.

Ist es der Markt, der uns diktiert, was wir zu lesen haben? Oder dürsten wir nach solchen, immer gleichen, Büchern? Sind es am Ende wir, die wir uns langweilen wollen?

Neue App: Wie man Romane in unter 90 Minuten liest

Wortwanderin | 8. März 2014 | / | Kommentieren
Segen oder Fluch? Hilfreiche Spielerei für Viel-Leser, oder doch ein weiteres Kapitel im Sterbeprozess des klassischen Buches? Diese App wird die Geister scheiden.

Da ist also dieser Software-Entwickler names Spritz, der drei Jahre an der Revolution des Lesens gearbeitet hat. Während die Konkurrenz noch damit arbeitet, mit variablen Schriftgrößen und -arten den Lesefluss zu erleichtern, orientiert sich Spritz an der natürlichen Augenbewegung beim Lesen.

Denn seine App verändert das Format des elektronischen Textes und markiert den idealen Punkt (ORP genannt), an dem das Auge ruhen soll um das Wort in seiner Gesamtheit sofort zu erfassen. Laut Spritz sind wir beim Lesen nämlich nur klägliche 20% der Zeit mit Verarbeiten des Textes beschäftigt. Der Rest geht drauf beim Orientieren auf der Seite, wie dem Finden und Fokussieren der Wörter.


Dieser ORP liegt nur knapp links der Wortmitte - und ist der erste Punkt, der nachweislich vom Gehirn fokussiert wird um ein Wort zu entziffern. Die Spritz App erkennt diesen idealen Punkt automatisch und färbt ihn rot ein. Der Leser muss seine Augen also nicht mehr über Zeilen und Seiten gleiten lassen, sondern verharrt mit seinem Blick auf diesem roten Bereich. Die Wörter werden schließlich nacheinander eingeblendet und von Auge und Hirn gelesen wie ein gewöhnliches Buch.

Die Geschwindigkeit mit der die Worte eingeblendet werden sollen, kann unter verschiedenen Möglichkeiten ausgesucht werden. Das normale Lesen eines Buches geht mit ca. 250 Worten pro Minute einher. Die App kann jedoch bis zu 1.000 Worte pro Minute durchjagen. Wer's kann, darf also auch schneller lesen.

Die App wird u.a. auf dem Samsung Galaxy Note 3 exklusiv eingeführt.

Was sagt ihr dazu? Wäre die App was für euch, oder überzeugt sie euch nicht?

Wortwanderin

Das böse eBook und das Heiligtum Buch

Wortwanderin | 5. Februar 2014 | | Kommentieren


In Anbetracht der nie enden wollenden Diskussion "eBook vs. Buch", kann ich einfach nicht anders, als auch meinen Senf dazu zu geben. Den Senf eines Bücherwurms, der sowohl Bücher besitzt, als auch diesen widerlichen kleinen Apparat namens "Kindle"; seineszeichens Tod des traditionellen Lesens. Hat das althergebrachte, physische Buch automatisch mehr Daseinsberechtigung, weil es älter ist?

 

Coverdiskussion zu "Silber - Das zweite Buch der Träume"

Wortwanderin | 15. Januar 2014 | / | Kommentieren
Da ist es nun also!
Nachdem "Silber - Das erste Buch der Träume" von Kerstin Gier wie eine Bombe im Jugendbuchmarkt einschlug, ist inzwischen das Cover zum Nachfolgeband veröffentlicht worden. Hier eine kurze Diskussion darüber.


Nachdem das Cover zu Band 1 mit einem schwarz-weißen Kontrastcover überraschte, ist dieser Band ein absoluter Bruch zum bisherigen Farbschema. Dennoch: Dieses Mintgrün findet man im Buchmarkt nicht so häufig und hebt sich daher wunderbar von der Konkurrenz ab. Wieder wurden etliche kleine Gestaltungselemente genutzt. Schlüssel, Äste, Blumen und...fliegende Spermien?! Was?! Ach nein, das sind wahrscheinlich Feen oder sowas. Die Flügel gehen auf dem Hintergrund leider etwas unter. Genauso wie der eigentliche Titel "Silber", den man eher bewusst suchen muss, statt ihn sofort zu sehen. Hoffen wir, dass die Farben über den PC einfach ein wenig geschluckt wurden und live dann doch viel besser aussehen.

Abgesehen von diesen latent unglücklich gewählten Elementen, ist es natürlich ein ziemlich hübsches Cover.
Verträumt und märchenhaft, passend zur Reihe und daher zum Glück keine Enttäuschung. Mir gefällt auch, dass es nicht so ganz überladen aussieht, wie noch das Cover von Band 1. Es wirkt offener, frischer und konzentriert sich eher aufs Wesentliche (der Tür).

Insgesamt finde ich es gelungen. Es passt wunderbar in die Jugendburchreihe und macht vor allem Lust aufs lesen. Und das ist ja die Hauptsache.

Wie gefällt es euch?
Wortwanderin

Dinoporno - Erotikromane der neuen Generation

Wortwanderin | 11. Januar 2014 | / / | Kommentieren
WAS?!

Bei dem Titel musstet ihr bestimmt erst einmal genauer hinsehen, oder? Ja, das steht da tatsächlich! Kürzlich ist in der facebook-Gruppe Käsekuchenland, ein Hangout für Blogger, die Diskussion um die neuen Erotikromane entstanden.

Der Begriff "Dinoporno" trifft es dabei gut. Eigentlich kann man es auch gar nicht anders benennen. Das Gerüst dieser Storys interessiert eigentlich Keinen, wenn man ehrlich ist. Ob nun eine Frau in die Vergangenheit geschickt wird, oder ob ein Dino die Heimatstadt platt macht, es gipfelt im Unausweichlichen: Der Dino hat Sex mit einer Menschenfrau. Und die findet das gut, ist meistens schon vorher ziemlich angetörnt.

Die Vorreiter dieses Genres sind die Damen Christie Sims und Alara Branwen, wobei bezweifelt werden darf, dass das ihre richtigen Namen sind. Wie am Fließband produzieren sie Kurzgeschichten um heiße Frauen und lüsterne Dinosaurier. Für etwa 2,60€ pro eBook sind diese als Kindle Edition erhältlich. Angeblich der letzte Schrei im US-Erotikbuchmarkt, dürften diese knappen Erzählungen gutes Geld in die Haushaltskasse spülen.

Doch wer liest sowas?

Dass die allermeisten Leser aus reiner Neugier dieses Buch kaufen, ist anzunehmen. Ist man erstmal über das verdatterte "WAS?!" hinweg, folgt das "Das meinen die echt ernst!" und dann schließt man mit einem belustigten "Das ist so bescheuert, ich muss das lesen". Über den Teil der Leserschaft, die sich tatsächlich an solchen Geschichten aufgeilt, möchte ich nicht weiter nachdenken. Aber wenn man davon träumt, von einem Dino genommen zu werden, ist mit Sicherheit irgendwas nicht ganz in Ordnung. Wir fragten uns in der Gruppe schon, ob das nicht bereits Sodomie ist. Oder ob Dinos da in eine andere Kategorie fallen.

Ihr seht, das definitiv bekloppteste Buchthema seit Langem, birgt Stoff für Diskussionen. Wer hätte das gedacht? Ich werde im Februar auf jeden Fall mal so einen Dinoporno lesen. Passt ja gut in die Narrenzeit und mal ehrlich, wer lacht denn nicht gern?

Was haltet ihr von solchen Büchern? Würdet ihr sie lesen?
Wortwanderin

Diskussion: Lesen ist schwul

Wortwanderin | 21. November 2013 | | Kommentieren
Hallo miteinander,

vor wenigen Tagen stellte der deutsche Booktuber Toby in seinem Kanal Büchergewusel folgendes Video online:


Hierin erzählt er von einem männlichen Zuschauer, der sich in seiner Verzweiflung an ihn gewandt hat.
Der namentlich nicht erwähnte Zuschauer ist körperlich behindert und leidenschaftlicher Leser, sieht sich aber deswegen Hänseleien und Beleidigungen ausgesetzt. Denn der gängigen Meinung nach ist Lesen eindeutig was für Mädchen, und alle Jungs, die zum Buch greifen müssen folglich schwul sein.

Der Fall hat mich wirklich getroffen. Ich schwankte zwischen Wut und Entsetzen. Und um das zu kanalisieren, habe ich beschlossen, mich an Tobys Diskussion dazu zu beteiligen. Auch wenn ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Ist Lesen schwul? Nein, sicher nicht. Jeder Junge, der sich dieser Beleidigung stellen muss, darf der Behauptung bitte keinen Glauben schenken. Ja, es ist richtig, dass der Anteil lesender Frauen in der Bevölkerung größer ist als der lesender Männer. Aber eine Wertschätzung des geschriebenen Wortes bedeutet nicht automatisch Homosexualität. Wer dies behauptet, ist sicherlich nicht einmal in der Lage, diesen Post auf Anhieb zu verstehen, da er Satzkonstrukte und Worte beinhaltet, die man nur dann auf Anhieb versteht, wenn man sich durch das Lesen gebildet hat.

Abgesehen von der steigenden Auffassungs- und Kombinationsgabe, führt es automatisch dazu, dass man sich besser ausdrücken kann. Und jemand, der in diesen Zeiten über eine gute Sprache verfügt, der hat grundsätzlich schon gewonnen. Denn sie wird als intelligent angesehen, was dazu führt, dass man sein Gegenüber vielleicht sogar mehr wertschätzt und respektiert. Und wer möchte das nicht?

Darüber hinaus ist das geschriebene Wort ein Zeichen von Macht. Wer es beherrscht, versteht und anwenden kann, erreicht die Menschen so sehr, wie ein guter Redner. Er kann Menschen und Herzen bewegen, manchmal sogar über seinen Tod hinaus. Wer sich von dieser Macht berauschen lässt, darin abtaucht und genießt, ist ein offener, weiser Mensch - im Gegensatz zu den elend verkappten Denkern, die sich selbst ihrer Möglichkeiten berauben, weil sie meinen sie seien unpassend.

Jemanden für sein Hobby zu hänseln, ihn sogar dazu zu bringen, an sich selbst zu zweifeln; wer das macht, der kann kein guter Mensch sein. Und will es auch nicht werden. Denn dann müsste ja ein Umdenken stattfinden und dazu sind die Ansichten meist schon viel zu gefestigt. Dagegen hilft kein Reden, kein Rechtfertigen. Ich weiß, in der Schule kann es manchmal wirklich furchtbar sein für die, die nicht in die Masse passen. Man kann den Mobbern nicht aus dem Weg gehen, die Pausen werden zum Höllentrip, der Körper reagiert mit psychosomathischen Beschwerden. Das einzige, was dagegen hilft, sind Menschen, die einen unterstützen und die einem Halt bieten. Ein Freund, der dir sagt, dass er dich so mag, wie du bist, hat mehr Wirkung als fünf Volltrottel, die sich nicht weiterentwickeln wollen. Man darf sich von solchen Leuten nicht unterkriegen lassen.

Im Fall aus Tobys Video ist der Umstand ja noch viel härter, denn der gehänselte Schüler ist behindert.
Er kann also nicht so über seinen Körper verfügen, wie die, die ihn hänseln. Oder wie er ihn gerne benutzen möchte. Dass man in einer solchen Situation wie dieser, Zuflucht in den Büchern sucht, ist mehr als verständlich. Dort kann man frei sein, seine Einschränkung vergessen, einfach ganz normal sein und Glück finden. Das größte Entsetzen bereitet mir zweifelsohne der Fakt, dass sich mehrere Leute abwertend gegenüber einem Behinderten benehmen. Weil er liest. Was sind das für Menschen? Was ist da schief gelaufen, dass sie so geworden sind? Offenbar ist ihnen gar nicht klar, was für eine grauenhafte Tat sie da begehen. Hier ist es wichtig, sich einer Lehrkraft zu öffnen, die Situation zu schildern. Das Thema direkt in einer Diskussionsrunde im Unterricht auf den Tisch zu bringen. Es darf hier nicht akzeptiert und hingenommen werden. Das kostet zwar Kraft, setzt aber ein Zeichen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solches Verhalten von seiten der Lehrkräfte toleriert würde. Dazu ist es zu vielschichtig.

Ich hoffe für den Schüler, dass er Menschen im Umfeld hat, die ihn so lieben, wie er ist. Und die ihm erklären, warum Lesende so viel Kraft besitzen. Dass es wichtig ist, zu lesen und dass er sich das, was er so gerne mag, niemals von irgendwelchen Idioten schlecht reden lassen darf. Er ist jetzt schon stärker als sie, obwohl er behindert ist.

Wortwanderin

Der Trilogien-Wahnsinn

Wortwanderin | 30. Juli 2013 | | Kommentieren
Als ich vor einer Weile goodreads für mich entdecke, kam ich nicht umhin, durch die zahlreichen Listen von Listopia zu stöbern. Die interessanteste Liste war ohne Zweifel die, über die anstehenden Neuerscheinungen.
Ich hatte mich noch nie bewusst mit Neuerscheinungen beschäftigt, bevor sie überhaupt auf dem Markt waren, von daher war diese Liste für mich geradezu augenöffnend.

Dancing Jax #1 von 3
Ich sah nämlich fast nur Reihen und Trilogien. Natürlich hatte ich schon einige Trilogien oder Reihen gelesen, doch bisher kam es mir immer so vor, als wären sie eher in der Unterzahl. Inzwischen scheint der Buchmarkt das Potenzial von Reihen endgültig erkannt zu haben. Wohin man guckt gibt es Teil X von Y. Das Regal für Junge Erwachsene in den Buchhandlungen bricht unter den Reihen schon regelrecht zusammen. Gerade hier wird offenbar gern in Serie gelesen.

Die Trilogie ist dabei sicher die Milchkuh der Buchverlage. Man bindet einen Leser so lange genug an die Geschichte, dass es lohnt. Und drei Bücher sind auch nicht so endlos viele, dass man als Leser zwischendrin einfach abbricht. Man könnte meinen, das ist für alle eine angenehme Situation. Mir erscheint es allerdings oft so, als könnte man den Inhalt von Reihen und Trilogien so weit zusammenstreichen, dass er in weniger Bücher passt - wenn nicht sogar nur in eins. Was ich damit sagen will ist, dass der Plot einfach gestreckt wird, was ihn ja nicht unbedingt spannender macht.

Und es hört nicht auf...
Mein bestes Beispiel dazu ist die Midnight-Breed Reihe von Lara Adrian. Die Bücher sind leichte, unterhaltsame Kost für Zwischendurch. Aber muss man die denn auf inzwischen elf Bände ausbreiten? Ich weiß nicht mal, ob ich noch weiterkaufen will, weil inzwischen deutlich wird, wie sehr sich die Autorin möglichst spannende Handlungsstränge aus den Fingern zu saugen versucht. Die Geschichte war nämlich gut und gerne abgeschlossen, verkauft sich aber wohl so gut, dass man jetzt ziemlichen Blödsinn aufs Papier bringt, um ja noch mehr zu verkaufen.

Ich frage mich auch, wie viele Storys von vornherein als Trilogie ausgelegt sind - und wie viele Autoren vom Verlag nach einem Buch gebeten werden, eine Reihe draus zu machen. Aber es gibt ja auch Reihen, die sich durchaus bewährt haben und deren Länge Sinn ergibt. Harry Potter ist sicher das beste Beispiel. Da nimmt wohl keiner übel, dass es sieben Bände geworden sind.

Ich bin gespannt, wie lange sich diese ganzen Reihen und Trilogien noch halten werden. Mir scheint, eine Sättigung ist noch nicht erreicht. Der Leser hat noch nicht genug.

Echtes Buch oder eBook Reader?

Wortwanderin | 27. Juni 2013 | | Kommentieren

Hallo miteinander,
als Nutzer von „richtigen“ Büchern sowie auch eBooks habe ich einen recht umfassenden Eindruck beider Medien gewinnen können, deswegen werde ich hier mal Pro und Contra beider Seiten aufführen.
Elektronische Bücher? Nein, danke?
So zumindest lautete meine Meinung noch vor knapp zwei Jahren, als ich mir partout nicht vorstellen konnte, das gute alte Buch gegen eine digitale Version zu tauschen. Wo sollten denn die ganzen Sinneseindrücke bleiben? Das Gefühl des Papiers, der Geruch, das schöne Cover und das Rascheln der Seiten? Zugegeben, das eBook kann derlei Erfahrungen natürlich nicht bieten. ABER: Nicht jedes gedruckte Buch ist ein sinnliches Highlight. Dass Verlage inzwischen versuchen, mit einer schönen Aufmachung wieder Leser fürs gedruckte Buch zu begeistern, ist lobenswert. Dennoch sind natürlich nicht alle Bücher davon betroffen und so bleibt uns eine unzählige Menge an 08/15 Büchern mit ihren wenig aufwändigen Körpern. Die günstigen Taschenbücher mit ihrer teils fragwürdigen Klebung, den langweiligen Covern und den auch eher weniger griffigen Seiten. Da kann man dann auch nicht mehr wirklich von einer sinnlichen Erfahrung sprechen.
Das Umdenken
Wer sich also von der idealistischen Vorstellung des Mediums Buch verabschiedet hat und vermag, die Spreu vom Weizen zu trennen, dem erscheint der eBook Reader auf einmal gar nicht mehr so unattraktiv. Lange habe ich mich gegen so einen z.B. Kindle gewehrt – bis ich ihn einfach als Weihnachtsgeschenk bekam. Da konnte ich nicht anders, als mich damit zu beschäftigen. Und siehe da: So schlimm war’s gar nicht. Nach einer kurzen Orientierung lud ich mir das erste eBook herunter und startete das Experiment.
Eindrücke des eBook Readers
Das Lesen auf dem Kindle (wahlweise anderer Reader) ist fürs Auge unfassbar angenehm. Viele Bücherwürmer denken ja, das könne auf Dauer nicht gesund sein. Ist aber Quatsch. Nach über zwei Jahre der eBook-Nutzung kann ich keinerlei Verschlechterung meiner Sehfähigkeit feststellen. Darüber hinaus ist das Lesen bei Sonne teils angenehmer, als mit einem gedruckten Buch, das durch seine weißen Seiten deutlich mehr Licht reflektiert, als ein eBook Reader.

Das Leseerlebnis selbst ist überhaupt nicht anders, als mit einem richtigen Buch.
Innerhalb weniger Momente taucht man in die Geschichte ein. Es gibt einfach keinen Unterschied in dieser Hinsicht. Nichts, was stört, nervt oder schreit „Hallo, ich bin ein eBook und ganz anders!“Der Reader bietet natürlich noch etliche andere Vorteile, die gerade für Leute mit starker Internetnutzung interessant sein können. Das Teilen von Textpassagen, das Browsen durch die aktuellen Bücher seiner Freunde und anderer Nutzer, der einfache Zugriff auf Rezensionen und Empfehlung. Eine ganze Welt mit Nachbarn zum Mitnehmen. Und wer sein Leseerlebnis nicht rausposaunen will, der lässt es halt einfach sein.
Platzwunder, Fremdsprachenfreund
Für mich war der Kindle insofern eine Erleichterung, weil ich in meiner kleinen Wohnung eben auch nur begrentzt Platz habe. Mit zwei vollen Billy-Regalen ist hier einfach Schicht im Schacht. Ich hätte alternativ noch die Option, Bücher zu kaufen und sie nach dem Lesen wieder wegzugeben – undenkbar! Was mich rein optisch also nicht komplett durch seine grandiose Aufmachung umhaut, wird als eBook gekauft. So beibt der wenige Platz für die wirklich schönen gedruckten Bücher frei und ich muss dennoch auf nichts verzichten.

Bücher, die in gedruckter Form viele Hundert Seiten, mitunter sogar um die Tausend, haben, sind in der Handtasche natürlich schwer. Mit der digitalisierten Form hebe ich mir garantiert keinen Bruch. Ich bin tatsächlich nicht der Typ, der gebundenen Wälzer mit sich herumschleppen will. Hatte ich zu Schul- und Unizeiten genug, ich brauch das nicht mehr. Und mein Rücken erst Recht nicht.

Als jemand, der gerne auch englische Bücher liest, bietet sich mir hier der unbestreitbare Vorteil, dass die englischen eBooks deutlich günstiger sind, als ihre deutschen Geschwister. Die Ersparnisse sind teilweise lächerlich hoch. Da greift man tatsächlich lieber zum englischen Buch, spart Geld und kann davon dann noch zwei andere Werke erstehen.
Wer abwägt, gewinnt
Mit der Methode, nur die wirklich schön gestalteten Bücher in gedruckter Form zu kaufen, bin ich bisher sehr gut gefahren. Hier erfreue ich mich an der Optik und dem Gefühl/Geruch und habe wirklich noch das Gefühl, ein LeseERLEBNIS gekauft zu haben. Alles, was es in Taschenbuchfassung gibt, was man einfach mal so nebenbei lesen will, was vielleicht überdurchschnittlich dick ist oder mich schlichtweg nicht durch seine Aufmachung beeindruckt, kaufe ich weiterhin als eBook. Es gibt für mich, trotz anfänglicher Ablehnung, keinen Nennenswerten Unterschied wenn es ums Lesen an sich geht. Wer den eBook Reader nicht als Austauschen oder Ersetzen des guten alten Buches betrachten kann, findet in ihm eine wunderbare Ergänzung zu seinem Bücherregal daheim. Mich jedenfalls hat er überzeugt und ich habe nach wie vor sehr viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Entdecken.

Dieser Artikel erschien auch auf anderen Meinungsplattformen.

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