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Lesen wir alle das Gleiche?


"Keine zwei Menschen lesen jemals das gleiche Buch." - Edmund Wilson
Oder doch?

Gerade auf Facebook bin ich gerne aktiv in diversen Büchergruppen. Dort gibt es diverse, sich immer wiederholende, Fragen. Ein Tolino oder ein Kindle? Überhaupt eReader? Indie-Autoren ja oder nein? Wie groß ist dein SUB? Über diese Fragen scheint sich die Buch-Community schier endlos austauschen zu können.

Was sie allerdings noch sehr gut zu beherrschen scheint, ist das Empfehlen der ewig gleichen Bücher und Autoren. Da mir das inzwischen immer mehr auffällt, drängte sich die Frage auf, ob wir tatsächlich alle das Gleiche lesen. Versteht mich nicht falsch, wir lesen natürlich nicht alle das Gleiche. Doch gibt es eine deutliche Gewichtung, von der ich wissen möchte, woher sie kommt.

Fragt man nach einem spannenden Krimi oder Thriller, schreien die Ersten man solle doch einen Fitzek lesen. Dann trudeln allmählich die Leser ein, die z.B. einen Jo Nesbo empfehlen. Oder eine Karin Slaughter. Fragt man nach etwas aus dem Fantasy Bereich, bombadieren einen die Leser mit Jugendbuch-Dystopien mit bestenfalls fantastischer Basis und reichlich Beziehungsdreieck-Gedöns. Etwas fürs Herz? "Ein ganzes halbes Jahr", "Weil ich Layken liebe", "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" - ganz groß dabei momentan. Man kann sich die Antworten praktisch selbst geben. Will man etwas, das man noch nicht hunderte Male in anderen Threads gesehen hat, muss man schon konkreter werden. Damit werden die Antworten aber auch automatisch weniger. Als ob es darüber hinaus nicht mehr viel gäbe.

Lesen wir wirklich so massentauglich? Wo sind die Autoren, die nicht die Bestsellerlisten rauf und runter fahren und zu Unrecht übersehen werden? Warum kann sich die Masse dafür nicht begeistern? Ist es die Anstrengung, die man unternehmen muss, sie zu finden?

Der Buchmarkt ist im Fluss. Erst kürzlich beklagte sich jemand, in ihrer Buchhandlung schrumpfe das Regal für Vampirfantasy und deren animalischen Kollegen auf ein Kleinstmaß. Was werden wir wohl morgen lesen? Wahrscheinlich mehr Gay/Bi-Romance, sobald auch noch der letzte Trittbrettfahrer von "Shades of Grey" das Zeitliche gesegnet hat.

Generell ist der so genannte "Mommy Porn" ein extrem beliebtes Thema unter den weiblichen Lesern. Da hat man wenigstens noch aufregenden Sex in Buchform. Indie-Autoren zu diesem Genre werden gefühlt im Stundentakt geboren. Die Erotik-eBooks explodieren in ihren Zahlen, so wie die Protagonisten in ihre bebenden Wunderweiber. Und während die berufstätige Ehefrau morgens in der Bahn verträumt auf ihren eReader starrt, haut am anderen Ende der Welt wieder eine Abigail F. Lovelust in ihre Tasten um ihr Studium zu finanzieren. Wenn es ihr zu langweilig wird, kann sie immerhin noch "Dinosaur Porn" schreiben.

Ist es der Markt, der uns diktiert, was wir zu lesen haben? Oder dürsten wir nach solchen, immer gleichen, Büchern? Sind es am Ende wir, die wir uns langweilen wollen?

V.E. Schwab - Vicious

Wortwanderin | 13. Mai 2014 | / / / | Kommentieren




Kein Booktuber-Video kam in den letzten Monaten ohne dieses Buch aus. Vicious von V.E. Schwab begegnete man immer wieder und es wurde in den höchsten Tönen gelobt. Nachdem auch ein Blogger meines Vertrauens, Herr Booknerd, glühendst darüber berichtete, ergriff ich die Chance und kaufte das Buch, als es mir zufällig in die Hände fiel. Warum es so gut ist, warum es so böse ist - alles weitere hier.

Lesevorschau Mai 2014

Wortwanderin | 4. Mai 2014 | / / / / | Kommentieren

Nach der Leseflaute im April, habe ich mir etwas mehr Gedanken um den Monats-SUB gemacht. Da ich etwas im Rückstand bin und noch ein Buch aus dem April mitschleppe, habe ich auch darauf verzichtet, ein Los aus meinem Bookjar zu ziehen. Außerdem habe ich weniger Bücher als sonst für den Mai geplant. Ich habe in meiner Goodreads Challenge einen deutlichen Vorsprung, was ganz gut passt, da ich ohnehin das Gefühl bekämpfen will, lesen zu MÜSSEN.

Monatsrückblick April 2014

An jedem Monatsende wundere ich mich, wie schnell das schon wieder alles ging. Lesetechnisch war dies ein durchwachsener April für mich, denn ich hatte eine beachtliche Leseflaute zum Monatsende hin. Daher habe ich nicht alles geschafft, was ich ursprünglich lesen wollte. Hier mein knackiger Rückblick.

Neu im Regal #3



In letzter Zeit ist privat einiges passiert, und was macht die Wortwanderin, wenn sie meint, jetzt kann sie sich getrost was gönnen? Genau, sie geht Bücher kaufen. Es hätten ruhig noch mehr sein können (es könnten IMMER mehr sein), doch mit der aktuellen Ausbeute bin ich mehr als glücklich. Welche Schmöker bei mir einziehen durften, seht ihr nach dem Cut.

David Levithan - Letztendlich sind wir dem Universum egal

Wortwanderin | 23. April 2014 | / / / / | Kommentieren


Als mir im vergangenen Herbst das amerikanische Original "Every day" in die Hände fiel, verliebte ich mich prompt in Cover und Plot. Neugierig wie ich war, kaufte ich das Buch blind und bin froh, dass es nun unter dem Titel "Letztendlich sind wir dem Universum egal" auch hierzulande verlegt wird. Warum dieses Buch ein echter Gewinn ist und in jeden Schrank gehört, lest ihr hier.

Die Insel der besonderen Kinder 2: Deutscher VÖ-Termin

Wortwanderin | 7. März 2014 | / / / / | 5 Kommentare
Nach einigen Jahren Wartezeit, hat es Ransom Riggs nun endlich geschafft und den Folgeband zu seinem fantastischen Gruselmärchen Die Insel der besonderen Kinder veröffentlicht. Hollow City heißt der besagte zweite Teil und ist bis dato nur als englischsprachiges Original erhältlich.


UPDATE vom September 2014: Auf erneute Nachfrage bei Droemer Knaur, zu dem der ehemalige PAN-Verlag gehörte, bestätigte der Verlag, dass Hollow City vorraussichtlich im Februar/März 2015 auf Deutsch erscheinen wird.

Blogbeitrag von März 2014:

Und offenbar wird das bis auf unbestimmte Zeit auch so bleiben. Denn der PAN-Verlag, der die deutsche Übersetzung des Erstlings heraus brachte, hat bereits vor Längerem seine Tore schließen müssen. Er konnte sich schlichtweg nicht auf dem hart umkämpften Jugendbuchmarkt etablieren.

Blieb nun die Frage: Was passiert mit Hollow City; kommt das noch auf Deutsch?
Also habe ich mal beim Mutterverlag Droemer Knaur angefragt und eine traurige Antwort bekommen.
Denn aktuell ist eine deutsche Übersetzung des Buches nicht geplant. Die Gründe dafür hat man natürlich nicht genannt.

Wer des Englischen mächtig ist, wird wohl oder übel zum Original greifen müssen. Ich werde es dann auch so handhaben und die völlig zerschossene Buchrückenoptik im Regal betrauern. Sorgen eines Buchfreundes, ihr kennt das.

Was sagt ihr zur Negativantwort in Sachen Übersetzung?
Lest ihr die Reihe jetzt überhaupt noch weiter?

Wortwanderin

Buchreihen, die ich nicht beenden werde



Momentan geistert ein Tag durch die Buchwelt, der mich fast noch mehr interessiert, als all die Empfehlungen. Und zwar geht es um die Buchreihen, die man nicht zu Ende lesen wird. Man hat sie zwar angefangen, aber irgendwann die Lust verloren. Oder fand sie gleich so dämlich, dass Weiterlesen überhaupt keine Option ist. Natürlich habe ich auch ein paar Reihen begonnen, von denen ich nichts mehr lesen will. Welche das sind, und warum sie mich mal können, lest ihr hier.


Neu im Regal #1

In den letzten Wochen gab es ein paar Neuzugänge in meinem Bücherregal. Einige sind gebraucht gekauft, ein paar sind neu. Unter anderem habe ich eine Reihe vervollständigt, arbeite mich in einer anderen weiter vor und betrete darüber hinaus absolutes literarisches Neuland. Was es alles damit auf sich hat, seht ihr hier.

PS: Schaut doch mal meinem Big Book Sale vorbei. Die Neuzugänge brauchen ja auch ihren Platz. Dafür müssen die alten Bücher weg. Vielleicht findet ihr ja etwas für euch!


Monatsrückblick Januar 2014

Der erste Monat des neuen Jahres ist rum. So schnell geht's!
Nachdem mein 2014 mit einer Erkältung gestartet war (hurra, nicht), bin ich in ein Lesetief gefallen und hatte wenig Motivation, überhaupt irgendwas zu lesen. Dank der angenehmen Kapitellände von Flowertown und dem Hörbuch zu Silber (siehe unten), bin ich dann doch etwas voran gekommen. Hier ist mein knackiger Monatsrückblick.


Josephine Angelini - Göttlich verdammt (Göttlich #1)
Das Jugendbuch mit dem mythologischen Hintergrund, wurde mein erster Superflop des Jahres. Eine erzählerische Katastrophe voll mit Klischees und grausiger Willkürlichkeit. Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich so fassungslos und amüsiert zugleich zurück ließ. Weil es so schlecht war!
HIER findet ihr meine Rezension.




John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Gelesen auf Englisch, weil die Originalversion aus der Bücherei nicht ganz so angefragt ist. Hat mich leider auch nicht wirklich umgehauen, weil es durch seine Längen sehr viel Energie verlor. Stellenweise fand ich es schlicht uninteressant. Ich musste mich daher sehr gespalten von meinem Exemplar trennen und bin bis heute nicht sicher, ob ich den Roman nun gut oder mittelmäßig finden soll.
HIER findet ihr meine, etwas andere, Rezension.



Louise Rennison - Frontalknutschen (Georgia Nicolson #1)
Um die zwei Enttäuschungen vorher zu kompensieren, und auch weil ich so viel gutes über diese Reihe gelesen hatte, lieh ich mir den ersten Georgia Nicolson Band aus. Und bereute keine Sekunde. Innerhalb eines Tages flog ich durchs Leben der 14-jährigen und lachte mich schräg. Auf jeden Fall werden die restlichen neun Bände auch noch gelesen!
HIER ist meine Rezension zu diesem Jugendbuch.




Kerstin Gier - Silber: Das erste Buch der Träume
Gehört als Hörbuch des Argon Verlags via Spotify. Wunderbare Zwischendurchlektüre, allerdings fehlte mir das gewisse Etwas. Ich war nicht begeistert, aber auch nicht enttäuscht. Für mich ein Jugendbuch in typischer Gier-Manier, allerdings mit zu vielen Längen. Meine Rezension zum ersten Teil der Trilogie findet ihr HIER.



S.G. Redling - Flowertown: Die Sperrzone
Zum Abschluss des Monats wurde es noch mal spannend. Der Verschwörungsthriller um eine verseuchte Kleinstadt startete langsam, entpuppte sich dann aber zu meinem Monatshighlight. Ein atemberaubendes Buch, das mich wirklich begeistert zurück lässt. Wer gerne Thriller liest und nach einem Geheimtipp sucht, sollte hier unbedingt zugreifen!
Die vollständige Rezension findet ihr HIER.



Dass ich am Ende des Monats dann doch mit fünf gelesenen Büchern dastehe, hatte ich nicht erwartet. Somit bin ich nun ein Buch im Vorraus bei meiner Challenge, 50 Bücher im Jahr 2014 zu lesen. Ein kleiner, aber entspannender Puffer.

Wortwanderin

Kerstin Gier - Silber: Das erste Buch der Träume

Wortwanderin | 29. Januar 2014 | / / / | Kommentieren


Titel: Silber: Das erste Buch der Träume (Silber #1 von 3)
Autor: Kerstin Gier
Genre: Jugendbuch für Mädchen, Fantasy
Verlag: Fischer FJB
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Seitenzahl: 416
Preis: 18,99€ (gebundene Ausgabe) | 16,99€ (Kindle Edition) | 10,59€ (Audio CD) | bisher nicht als TB erhältlich

Dieses Buch habe ich via spotify als Hörbuch gehört.
Neben der Rezension zum Inhalt, beinhaltet dieser Post daher auch noch Anmerkungen zum Hörbuch des Argon Verlags. Der bietet durch den Musikstreaming-Dienst übrigens eine Vielzahl ansprechender Bücher verschiedenster Genres an. Ich empfehle ihn uneingeschränkt!

Mein Bücherregal (3/12)

Wortwanderin | 15. Oktober 2013 | / / / / / | Kommentieren

Kommen wir nach all den Manga zum Teil der richtigen Bücher in meiner Sammlung. Der hier gezeigte Teil bedient vor allem das Übernatürliche und Fantastische. Die Ring-Trilogie von Kôji Suzuki darf da natürlich nicht fehlen. Wie so oft sind die Bücher um ein Vielfaches besser als die Filme, also unbedingt lesen! Mit Vampiren geht es weiter. Als jahrelanger Leser der Midnight Breed Reihe von Lara Adrian besitze ich alle bis dato erschienenen Bände.


Allerdings muss ich sagen, dass ich nach dem bisher letzten Band Vertraute der Sehnsucht wohl aussteigen werde, da mir die Thematik nun endgültig zu weit hergeholt ist. Und Lara Adrian schreibt nun wirklich nicht besonders gut und innovativ. Ganz im Gegensatz zu J. R. Ward, deren Black Dagger Reihe ich sehr mag. Müsste ich jemandem eine Vampirreihe empfehlen, wäre es diese. Vielschichtig, mitreißend und gut geschrieben. Ich lese übrigens die englische Originalfassung, daher bedeuten diese vier englischen Bände satte 8 Bücher in der deutschen Fassung. Spart Kosten und das Original hat den besser transportierten Humor.


Die drei Bücher des Herrn der Ringe besitze ich seit über einem Jahrzehnt und habe sie noch nie gelesen. Das Lesezeichen im ersten Buch zeigt, bis wohin ich es geschafft habe, bevor mich das Buch leider doch gelangweilt hat. Zumal da alle fünf Seiten gesungen wird. Nervig. Vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem ich HdR hinreißend finde, bis dahin bleibt die Reihe mal dort stehen. Zum Schluss noch die Das Buch der Vampire Reihe von Colleen Gleason. Aktuell besitze ich die ersten drei Bände der Pentalogie und lese Band 1 momentan erneut um wieder in die Reihe zu finden. Im zweiten Leseanlauf gefällt mir die Reihe wesentlich besser.

Lesevorschau Oktober 2013



Im September bin ich in der Stadtbücherei ja geradezu eskaliert und habe meinen heimischen SUB vor lauter Ausleih-Exzess mit Ignoranz gestraft. Damit es fortan daheim wieder etwas weniger Regalleichen werden, habe ich im Oktober nur zwei Bücher ausgeliehen. Zum Ausgleich muss ich also nun etwas mehr SUB-Bücher lesen, die ich immer per Losverfahren auswähle. Das sind also die bunt gemischten Bücher aus meiner Lesevorschau Oktober!



                                                               Theodor Storm – Immensee                                                                       
Das vergilbte Büchlein von 1942 ist aus einem öffentlichen Bücherschrank und wurde per Los aus meinem SUB ausgewählt. Es ist zum Glück nicht dick, sodass ich evtl. noch ein weiteres Buch auslosen kann, wenn der Oktober ein wenig voran geschritten ist. Auf diesen Klassiker freue ich mich tatsächlich sehr, mein letzter ist nämlich schon einige Zeit her.

                                                             Jane Green - The Other Woman                                                                   
Über eine frisch gebackene Ehefrau und Mutter, die mit ihrem Schwiegermonster im Streit liegt und ihre Beziehung in eine Tiefe Krise stürzt. Bei weitem nicht so lustig, wie man beim Stichwort Chick-Lit immer denkt. Das Buch ist bereits zu guten zwei Dritteln gelesen, da es schon länger auf dem Nachtschrank liegt. Diesen Monat muss es nun aber mal fertig werden.

                                          Colleen Gleason – Bleicher Morgen (Das Buch der Vampire #1)                                    
Ein Re-read. Ich habe diesen Band schon vor einigen Jahren gelesen, die Serie aber einfach nicht weiter gekauft. Keine Ahnung wieso. Wahrscheinlich weil irgendwelche anderen Bücher dazwischen kamen (der geneigte Buchfreund kennt das Problem). Jedenfalls möchte ich die 5-teilige Reihe nun endlich vollständig haben, lese und kaufe also was noch aussteht. Zum Wiedereinstieg fange ich einfach noch mal von vorne an, denn worum es geht, habe ich größtenteils vergessen.

                                                     S.J. Watson – Ich. Darf. Nicht. Schlafen                                                               
Lange auf meiner Wunschliste, nun endlich bei mir zu Hause. Ich bin gespannt, wie ich dieses Buch finden werde, denn die Meinungen zu dem Thriller gehen weit auseinander. Ich hoffe, dass mir die Auflösung bzw. das Ende gefällt. Bei einigen Lesern war das leider nicht so.
Nach all den Jugendbücher im letzten Monat, durfte es jetzt auch mal was spannendes sein.

                                                         Emma Donoghue – RAUM                                                                               
Heute habe ich die ersten ca. 50 Seiten von „RAUM“ gelesen und schon fange ich an, Fragmente aus der Erzählung des 5-jährigen Jack wie ein Puzzle zusammen zu fügen. Ich bin bereits beklommen, gepackt und zutiefst bestürzt. Sicherlich wird mir dieses Buch lange keine Ruhe lassen und ich bin froh, es endlich lesen zu können.

Insgesamt finde ich fünf Bücher als Monatsziel durchaus angenehm. Ich fühle mich lesetechnisch nicht so unter Druck. Auch weil mir diesmal nur EIN Rückgabedatum für die ausgeliehenen Bücher Dampf macht, und ich nicht 8 Bücher geradezu wegputzen „muss“. Ich denke, wenn ich diese Aufteilung fortan beibehalte, kann ich meinen SUB verkleinern und trotzdem neue Bücher in der Bücherei entdecken. Das fühlt sich gut an.

Was lest ihr im Oktober?
Die Wortwanderin

Monatsrückblick September 2013

Wortwanderin | 30. September 2013 | / / / / / | Kommentieren
Wie schnell das wieder ging, der September ist vorbei und ich zeige euch, was ich diesen Monat gelesen habe. Ich habe diesen Monat meinen frischen Bücherreiausweis exzessiv genutzt und so ziemlich alles verschlungen, was ich wirklich ganz, ganz dringend lesen wollte. Im Oktober wird es also wieder mehr Bücher aus meinem SUB geben, denn der wil ja auch endlich mal kleiner werden. Am Wochenende hoffe ich, euch meine TBRs für den Oktober zeigen zu können. Ich freu mich schon! Doch hier erstmal der Rückblick.



Kerstin Gier - Rubinrot; Saphirblau; Smaragdgrün

Die berühmte Edelstein-Trilogie hat natürlich auch mich begeistert. Nicht nur die wundervolle Gestaltung der Bücher, sondern auch der verzaubernde Inhalt hat mein Herz im Sturm erobert. Eine tolle Geschichte für Jung und Alt mit sympathischen Figuren, viel Charme und dem typischen Autorenhumor.


 Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder (Miss Peregrine #1)

Was mysteriös und ein wenig gruselig beginnt, entspinnt sich zu einer zauberhaften Geschichte voller kleiner Wunder und Überraschungen. Die Charaktere schließt man sofort ins Herz und fiebert auf jeder Seite mit. Teil 2 der Reihe erwarte ich sehnsüchtig. Großes Lob gibt es auch für die herrliche Gestaltung und die liebevolle Aufmachen im Innenteil. Allein die Fotos sind mehr als nur einen Blick wert. Die Rezension findet ihr HIER!



Scott Westerfeld - Leviathan (Leviathan #1)

Eine unter Youtubern sehr beliebte Reihe, deren erster Teil mich allerdings nicht überzeugen konnte. Statt der angegeben 16 Jahre Lesealter, ist dieses Buch eher für 13-jährige geeignet. Ich fand es nett, aber wenig spannend. Das Steampunk-Thema ist für mich nicht glaubhaft ausgearbeitet bis undurchdacht. Im Grunde eine gute Idee, die aber nicht voll genutzt wird. Daher die Empfehlung für das junge Lesealter.


Veronica Roth - Divergent (Divergent #1)

Ich fand interessant zu sehen, wie sehr dieses Buch gehypted wird obwohl darin so gut wie gar nicht passiert. Fahrt nimmt es erst im letzten Drittel auf. Davor kämpft man sich durch eine durchaus interessante Gesellschaftsstruktur und die typisch dystopischen Problemchen. Die Protagonistin ist weitgehend undurchdacht und mir egal. Mich interessiert allerdings, wie es nun mit dem System weitergeht.


Und was habt ihr in diesem Monat gelesen?
Eure Wortwanderin


(Bilderquelle: goodreads.com)

Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder

Wortwanderin | 10. September 2013 | / / / / | Kommentieren
Nachdem ich mich endlich dazu bewegt habe, mir den eigentlich schon überfälligen Bibliotheksausweis zu besorgen, durchpflüge ich aktuell die Frankfurter Büchereien nach allem, was ich schon lange lesen wollte.
"Die Insel der besonderen Kinder" von Ransom Riggs ist eines dieser Bücher. Als ich es im Regal stehen sah, habe ich es förmlich an mich gerissen :D

Buchdaten

Titel: Die Insel der besonderen Kinder (Miss Peregrine #1*)
Autor: Ransom Riggs
Originaltitel: Mrs Peregrine's home for peculiar children
Verlag: Knaur, PAN
Preis: 9,99€ (TB) | 16,99€ (gebundene Ausgabe) | 9,99€ (Kindle Edition)
Seitenzahl: 416 Seiten

* Band 2 "Hollow City" ist in englischer Sprache für Januar 2014 angekündigt. Deutsche Veröffentlichung bisher nicht geplant. Infos dazu HIER.



Inhalt
 
Protagonist Jacob ist 16 Jahre alt und lebt zusammen mit seinen Eltern und seinem Großvater Abraham. Opa Abraham erzählt Jacob seit dessen Kindertagen immer wieder Geschichten aus der Zeit seiner Kindheit. Diese Geschichten sind unglaublich, werden von ihm aber mit seltsamen Fotografien "belegt". In jungen Jahren stellt Jacob den Wahrheitsgehalt dieser Geschichten natürlich nicht in Frage, doch mit zunehmendem Alter distanziert er sich immer mehr von seinem Opa und dessen seltsamen Geschichten. Abraham allerdings scheint nach wie vor felsenfest davon überzeugt zu sein, dass es Monster gibt, die ihn verfolgen und töten wollen. Jacob und seine Eltern halten diese Ängste für die Folgen des hohen Alters von Opa Abraham. Als Opa Abraham eines Tages wieder einen Angstanfall zu haben scheint, fährt Jacob zu ihm um nach dem Rechten zu sehen. Dabei findet er seinen Opa schwer verwundet in der Nähe eines Waldstücks und kann gerade noch sehen, wie eine widerliche Kreatur in der Dunkelheit der Bäume verschwindet. Bevor Opa Abraham schließlich stirbt, gibt er Jacob eine Aufgabe in Form eines Rätsels auf. Jacob macht sich auf, das Geheimnis zu lüften und was er herausfindet, gibt seinem Leben eine völlig neue Dimension.

Leseeindrücke

Die Aufmachung des Buches ist das erste, was positiv ins Auge fällt. Nicht nur auf dem Cover erblicken wir ein regelrecht gruseliges Foto, sondern auch im Innenteil ist die Geschichte immer wieder begleitend mit alten Fotografien gespickt. Diese sind vom Autor mühevoll zusammengetragen und bis auf wenige Nachbearbeitungen weitestgehend echt. Beim Durchblättern entsteht so der Eindruck, hier handele es sich um eine Horrorstory. Zugegeben, die erste Hälfte ist auch noch ein wenig gruselig. Man weiß nicht genau, was Sache ist und sieht immer wieder diese unnormalen Bilder. Das erzeugt aber große Spannung und man wünscht sich, man könne einfach noch schneller lesen. 

Die Entwicklung der Figur Jacob über das Buch hinweg ist wirklich gut gelungen und glaubhaft. Auch die sympathischen anderen Charaktere, sind so greifbar schön, dass man am liebsten ins Buch hüpfen würde. Die Beschreibung des Umfelds sind bildhaft, aber nicht ausufernd. Ich hatte nie Probleme, mir ein genaues Bild des Settings zu machen.

Ransom Riggs schreibt flüssig und mit einem angenehmen Tempo. Sein Stil gefällt auch zahlreichen Erwachsenen, auch wenn das empfohlene Lesealter bei 14-16 Jahren liegt. Persönlich empfinde ich dieses Buch als frei von einer Alternsempfehlung, ledier erwartet man bei der Angabe des Verlags ein Buch für eher jugendliche Leser. Das ist es aber nicht ausschließlich. Hier wird wirklich jeder gut unterhalten.

Der Autor versorgt uns mit ein paar überraschenden Plot Twists, die der Geschichte gerade am Ende noch eine extra Portion Würze verleihen. Im Grunde lebt dieses Buch von zwei ausschlaggebenden Emotionen. Spannung in der ersten Hälfte und Verbundenheit in der zweiten. Hat man erst einmal mit Jacob herausgefunden, welches Geheimnis sich um diese besonderen Kinder rankt, da schließt man sie auch sofort ins Herz.

Fazit

Für mich was "Die Insel der besonderen Kinder" ein hochspannender, wundervoller Lesegenuss. Ich bin komplett in die Geschichte abgetaucht, war erstaunt, gefesselt und begeistert. Die Verbindung von echten Fotos mit mysteriöser Geschichte hat super funktioniert und so war dieses Buch erfrischend anders und an vielen Stellen auch innovativ. Ich vergebe 5 von 5 Melonen!

Jasper Fforde - Grau (Shades of Grey #1)

Wortwanderin | 19. Juli 2013 | / / / / | Kommentieren
Jasper Fforde zählt unbestreitbar zu meinen Lieblingsautoren. Seine Thursday Next-Reihe ist eine Perle in meinem Bücherregal und sein schräger, kreativer Stil hat mein Herz im Sturm erobert. Auch wenn ich "Grau" schon lange lesen wollte, dauerte es doch einige Zeit bis uns das Schicksal dann doch zusammenführte (irgendwas ist ja immer...).

Buchdaten

Autor: Jasper Fforde
Titel: Grau
Reihe: Shades of Grey, #1 von 3
Preis: 19,95€ (gebundene Ausgabe), 15,99€ (Kindle), als TB bis dato nicht erhältlich
Verlag: Eichhorn
Seitenzahl: 469

Die Welt der Farben

"Grau" spielt in einer Zeit weit nach der unseren, wobei eine genaue Jahreszahl nicht angegeben wird. Das Leben richtet sich nach den aufgestellten Regeln eines gewissen Munsell, dessen Ideologien nicht in Frage gestellt werden. Auf ihn gehen auch diverse Rücksprünge zurück, bei der die Menschheit sich immer weiter sehr ursprünglichem Leben nähert (z.B. durch das Verbot industrialisierter Landwirtschaft und Wiedereinführung des Ackerbaus durch Pferde). Die Bevölkerung ist inzwischen nicht mehr in der Lage alle Farben zu sehen, sondern kann nur noch jeweils eine Farbe erkennen. Die Gesellschaft wird dementsprechend strikt hierarchisch nach Farbsicht unterteilt, wobei die Purpurnen zur Spitze gehören, während Graue ein geradezu sklavenartiges Leben am Boden der Pyramide führen. Geheiratet wird demnach kaum noch aus Liebe, sondern zum Zweck des sozialen Aufstiegs. Im Alter von 20 Jahren legt jedes Mitglied des Kollektivs den sogenannten "Ishihara" ab - einen Sehtest, der über die Einordnung in die verschiedenen Farbsichten entscheidet. Krankheiten werden ebenfalls durch den Einsatz von Farben kuriert, diese ehrenvolle Aufgabe ist dem Beruf der Mustermänner vorbehalten. Edward "Eddie" Russett ist der Sohn eines eben solchen.

Ein Mann sieht Rot - wortwörtlich

Eddie Russett (zu Deutsch Rostrot) reist mit seinem Vater in die Randzone, denn er wurde wegen ungebührlichen Benehmens dazu verdonnert, sich in Demut zu üben. Zu diesem Zweck soll er alle Stühle in der Randzone zählen. Eddie ist zur Hälfte einer Oxblood versprochen, die seine rote Farblinie aufwerten soll. Seine Rotsicht ist besser als er zugeben mag, was ihn hoffen lässt, einmal Präfekt zu werden. Engagiert fügt er sich vorerst den Regeln der Gesellschaft, doch dann wird Eddie Zeuge eines seltsamen Todesfalls. Da Eddie, zum Leiden des Kollektivs, über ein Gewissen und Neugier verfügt, stellt er Nachforschungen an. Schon bald treiben sie ihn in die Arme von Jane Grey, einer Grauen mit einer hinreißenden Stupsnase. Es kommt, wie es kommen muss. Eddie verliebt sich in das kratzbürstige Dienstmädchen, das ihm ständig mit seiner Ermordung droht. Ein Roter und eine Graue? Nach unten in der Farbskala heiratet nun wirklich niemand. Aber das Schicksal lässt die beiden nicht mehr los und letztlich machen sich beide daran, die grausigen Geheimnisse des Kollektivs aufzudecken. Denn nichts ist, wie es scheint.

Eindrücke

"Grau" ist ein typischer Fforde. Der Roman strotzt nur so vor kreativen Einfällen (das Kollektiv fürchtet Schwäne), schrägen Ideen (asphaltierte Straßen reinigen sich selbst) und unvorstellbaren Tatsachen (jedes Tier verfügt über einen Strichcode). Und auch wenn die erste Beschreibung der Welt in diesem Roman nahezu erschreckend erscheint, so schreibt Fforde gewohnt leichtfüßig. So wird die Dystopie zu einem Stück Humor und verliert ihren Schwermut. Nicht selten muss man also schmunzeln, wenn mal wieder eine sinnbefreite Erklärung fällt.

Der Autor versteht es, wichtige Informationen zurück zu halten und einen Spannungsbogen aufzubauen, an dem man klebt wie eine Motte an der Kerze. Auch die Ausarbeitung der Charaktere ist sehr gelungen. Fforde verzichtet auf Stereotypen und enthüllt im Verlauf der Geschichte immer weitere Wesenszüge. Die Entwicklung der Figuren gefällt und wird nicht dröge, auch wenn man natürlich mit diversen Wendungen rechnet. Nebenfiguren sind Fforde-typisch abgedreht und liebenswert. Die amüsanteste Erscheinung ist der Apokryphe Mann. Einfach herrlich, zum sich wegschmeißen lustig.

Eddie war mir durchweg sympathisch. Charmant ist besonders, dass er ursprünglich eigentlich gar nicht einsehen will, dass er gegen die Munsell'schen Regen verstoßen möchte. Der Zugang zu Jane fiel mir schwerer, denn sie war dermaßen auf Konfrontation ausgelegt, dass es wirklich bis zur zweiten Buchhälfte gebraucht hat, bis ich mit ihr warm wurde. So erging es mir auch mit der Liebesgeschichte der beide. Ihre Liebe ist nicht romantisch, sondern versprüht eher einen eiskalten, trockenen Charakter - aber das passt.

Zuletzt: Der deutsche Titel gefällt mir weniger. Er greift zwar die Welt des Buches auf, ist aber viel zu weit gestreut. Immerhin geht es im Kern nicht um Grausehen, sondern die Reise in eine Stadt names Hoch-Safran.
Insofern bin ich gespannt, wie der Titel des zweiten Bandes im Deutschen lautet.

Fazit

Eine mal ganz andere Dystopie. Sie zieht den Leser nicht runter, sondern ist zum Bersten gefüllt mir Kuriositäten und Lachern. Darin verwoben ist eine hoch spannende Geschichte mit sympathischen Charakteren und einer Welt, die sowohl verwirrend als auch faszinierend ist. Von mir also eine ganz dicke Leseempfehlung und verdiente 5 Melonen.


Black Dagger Buchreihe

Wortwanderin | 24. Mai 2013 | / / | Kommentieren
Ja, ich mag Vampirgeschichten. Aber zickige Protagonistinnen, im Sonnenlicht funkelnde Weichspül-Beißer und eine seichte Teen-Lovestory? Nee, sowas von nicht. Wie gut, dass der Buchmarkt auch für Mädels mit anderen Ansprüchen genügend Lesefutter parat hält. Meinen persönlichen Favoriten möchte ich euch heute vorstellen. Ich versuche auch nicht zu sehr zu spoilern.


Es geht nämlich um die Buchreihe Black Dagger aus der Feder von Autorin J. R. Ward.
Die beschäftigt sich mit einer Bruderschaft mehrerer Vampire, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erzfeinde genannt Lesser sowie deren Obermotz, Omega, auszuschalten.
Immerhin killen sich die herzlosen (wahrhaftig!) Albinos fröhlich durch die menschliche und vampirische Gesellschaft. Natürlich hat jeder der Brüder sein Päckchen zu tragen. Da ist der fast blinde König, der sich dem Druck zu regieren nicht stellen will. Da ist der tätowierte Schönling, der sich seinen Körper leider mit einem sehr eigensinnigen Biest teilen muss. Wieder ein Anderer hat ein ernsthaftes Drogenproblem. Und auch der Rest kämpft gegen persönliche Dämonen an. 

Was hilft solchen Kerlen am besten? Genau. Frauen. Und die liefert uns die Autorin in jedem einzelnen Band. Von Vampirfrauen, die gar nicht wissen, dass sie Vampirfrauen sind, bis zur Auserwählten aus dem vampirischen Jenseits ist alles dabei. Ist klar, dass Ward nun pro Band jeweils einen Bruder und eine Lady zusammenführt. Soweit zum Hauptteil eines jeden Buches. Parallel zur Liebesgeschichte wird die übergreifende Handlung weitergeführt, neue Charaktere vorgestellt, schon mal Appetit gemacht.

Kleiner Tipp: Mindestens die ersten zwei Bände lesen, damit die Handlung komplett in Gang kommen kann!

Gewalt, Sex und Helden


Klingt jetzt alles erstmal wenig spektakulär, irgendwie kitschig, ne? Ist es zum Glück nicht. Ich mit meiner Kitsch-Allergie, hätte Black Dagger sonst direkt weg gelegt. Der größte Pluspunkt dieser Serie ist die ausgeprägte Charakterdarstellung der Figuren. Plastisch, glaubwürdig, mit Ecken und Kanten. Das bringt sie dem Leser sehr nahe und es ist unmöglich sich nicht mit irgendwem (sind ja genug da) zu identifizieren. Das, wie ich es nenne, Boygroup-Phänonem greift hier voll.

Darüber hinaus sind die Brüder unter all ihren Problemchen richtig tolle Typen. Beziehungen zu ihren Frauen sind innig, liebevoll - ja, sie beten ihre Beste regelrecht an, auch wenn die Fetzen fliegen. Diese Kerle haben die richtigen Werte, jawoll! Dass man manchmal denkt, warum unsere echten Männer nicht aus so sein können, ist gewollt.

Wie die Begriffe Vampir und Fantasy schon implizieren, muss es ja auch irgendwo noch heiß her gehen. Und das tut es. Wer Black Dagger gelesen hat, wird bei literarischen Ergüssen wie 50 Shades of Grey bestenfalls müde lächeln. Die Buchreihe besteht zu einem beachtlichen Teil aus Sex. Leidenschaftlich triefendem Sex. Ein Wunder, dass die Buchseiten nicht nass werden. Doch wer jetzt an hingeklatschten Liebesszenen denkt, weil sie "halt geschrieben werden mussten", der irrt. Die Akte sind zum Großteil mit einer solchen Hingabe und Schönheit geschrieben, dass sie das Buch sogar noch aufwerten. 

Und auch wenn Ward letztlich jeden Bruder in seinem eigenen Band abgefrühstückt hat, ist die Luft trotzdem nie raus. Weil sie gekonnt eine übergreifende Handlung konstruiert, die einfach zieht. Man will wissen, wie es weitergeht. Sofort! Was wird aus..? Was passiert nach...? Und da war doch noch..! Auch das Friede-Freude-Eierkuchen Gesetz für glückliche Paare wird von Ward hier und da mal ignoriert. Diverse Wandlungen im Plot reißen den Leser von seinen unvorbereiteten Füßen. Manche Charaktere sterben, leiden oder verschwinden gar über Bände hinweg von der Bildfläche.

Für Zartbesaitete ist diese Reihe auch nur bedingt etwas. Selbstverständlich kann man einen erbitterten Kampf zweier Gemeinschaften nicht unblutig darstellen. In Black Dagger wird daher fröhlich rumgeprügelt, erschossen, aufgeschlitzt, hochgejagt, abgefackelt. Das passt aber sehr gut zur animalischen Seite unserer Lieblingsbrüder, die ja immerhin recht triebgesteuerte Vampire sind. 

Besser im Original lesen


Wer Englisch spricht, sollte diese Buchreihe unbedingt im Original lesen. Das hat zwei Gründe. Zuerst einmal wurde jeder englische Originalband in der deutschen Ausgabe in zwei Hälften geteilt. 1 englisches Buch = 2 deutsche. Wer sich fürs Original entscheidet, spart also nicht nur Geld, sondern genießt auch noch den herrlich unverfälschten, teils deftigen Ton der Brüder. Manche Witze ziehen auf Deutsch einfach nicht, weil durch die Übersetzung die Pointe verloren geht. Außerdem strotzt Black Dagger vor Umgangssprache, wer also noch was lernen will, ist hier genau richtig.

Das Original ist dennoch eher leichte Kost. Einfach verständlich fliegen die Buchseiten nur so dahin. Da stört es auch nicht, wenn der Band mal wieder über 500 Seiten stark ist. Ob die Teilung für die deutsche Auflage nötig war? Sicher nicht. Aber rentabler.

Fazit?


Ja, Frau Ward hat es geschafft eine spannende Buchreihe für die Freunde erwachsener Vampirliteratur zu schreiben. Black Dagger ist mit Sicherheit nichts für Anhänger der einfach gestrickten Liebesromane. Vampire hin oder her. Äußerst gelungen ist die Kombination von einem überraschend guten Plot und dem eher erwarteten Vampir-Gedöns. Die Mischung ist süchtig machend. Köstlich. Man möchte sich die Finger lecken.

Mir ist völlig unbegreiflich, warum diese Reihe nicht mehr männliche Anhänger hat, sind hier doch alle Aspekte einer "typischen Männergeschichte" enthalten. Sex, Knarren und Spannung.
Gut, mit den doofen Buchtiteln und den eher mäßigen Covern reißt man die Herren der Schöpfung sicher wenig mit...

Insofern hoffe ich auf eine TV-Adaption in Form einer Serie. Irgendwann. Bis dahin müsst ihr diese geniale Reihe leider selbst lesen.

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