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Lesen wir alle das Gleiche?


"Keine zwei Menschen lesen jemals das gleiche Buch." - Edmund Wilson
Oder doch?

Gerade auf Facebook bin ich gerne aktiv in diversen Büchergruppen. Dort gibt es diverse, sich immer wiederholende, Fragen. Ein Tolino oder ein Kindle? Überhaupt eReader? Indie-Autoren ja oder nein? Wie groß ist dein SUB? Über diese Fragen scheint sich die Buch-Community schier endlos austauschen zu können.

Was sie allerdings noch sehr gut zu beherrschen scheint, ist das Empfehlen der ewig gleichen Bücher und Autoren. Da mir das inzwischen immer mehr auffällt, drängte sich die Frage auf, ob wir tatsächlich alle das Gleiche lesen. Versteht mich nicht falsch, wir lesen natürlich nicht alle das Gleiche. Doch gibt es eine deutliche Gewichtung, von der ich wissen möchte, woher sie kommt.

Fragt man nach einem spannenden Krimi oder Thriller, schreien die Ersten man solle doch einen Fitzek lesen. Dann trudeln allmählich die Leser ein, die z.B. einen Jo Nesbo empfehlen. Oder eine Karin Slaughter. Fragt man nach etwas aus dem Fantasy Bereich, bombadieren einen die Leser mit Jugendbuch-Dystopien mit bestenfalls fantastischer Basis und reichlich Beziehungsdreieck-Gedöns. Etwas fürs Herz? "Ein ganzes halbes Jahr", "Weil ich Layken liebe", "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" - ganz groß dabei momentan. Man kann sich die Antworten praktisch selbst geben. Will man etwas, das man noch nicht hunderte Male in anderen Threads gesehen hat, muss man schon konkreter werden. Damit werden die Antworten aber auch automatisch weniger. Als ob es darüber hinaus nicht mehr viel gäbe.

Lesen wir wirklich so massentauglich? Wo sind die Autoren, die nicht die Bestsellerlisten rauf und runter fahren und zu Unrecht übersehen werden? Warum kann sich die Masse dafür nicht begeistern? Ist es die Anstrengung, die man unternehmen muss, sie zu finden?

Der Buchmarkt ist im Fluss. Erst kürzlich beklagte sich jemand, in ihrer Buchhandlung schrumpfe das Regal für Vampirfantasy und deren animalischen Kollegen auf ein Kleinstmaß. Was werden wir wohl morgen lesen? Wahrscheinlich mehr Gay/Bi-Romance, sobald auch noch der letzte Trittbrettfahrer von "Shades of Grey" das Zeitliche gesegnet hat.

Generell ist der so genannte "Mommy Porn" ein extrem beliebtes Thema unter den weiblichen Lesern. Da hat man wenigstens noch aufregenden Sex in Buchform. Indie-Autoren zu diesem Genre werden gefühlt im Stundentakt geboren. Die Erotik-eBooks explodieren in ihren Zahlen, so wie die Protagonisten in ihre bebenden Wunderweiber. Und während die berufstätige Ehefrau morgens in der Bahn verträumt auf ihren eReader starrt, haut am anderen Ende der Welt wieder eine Abigail F. Lovelust in ihre Tasten um ihr Studium zu finanzieren. Wenn es ihr zu langweilig wird, kann sie immerhin noch "Dinosaur Porn" schreiben.

Ist es der Markt, der uns diktiert, was wir zu lesen haben? Oder dürsten wir nach solchen, immer gleichen, Büchern? Sind es am Ende wir, die wir uns langweilen wollen?

Peter James - Nur dein Leben

Wortwanderin | 19. September 2014 | / | Kommentieren




Ein Krankenhausaufenthalt bringt ja immer viel Zeit mit sich. Daher habe ich mich mit einigen Bücher eingedeckt. Die Meisten konnte ich zwar nicht lesen (so gut ging es mir dann doch nicht), aber Nur dein Leben von Peter James konnte mein letztes bißchen Konzentrationsfähigkeit doch noch mobilisieren. Thriller lese ich relativ selten, wie meine Begegnung mit dem Gänsehautmacher also verlief, seht ihr hier.

Neu im Regal #3



In letzter Zeit ist privat einiges passiert, und was macht die Wortwanderin, wenn sie meint, jetzt kann sie sich getrost was gönnen? Genau, sie geht Bücher kaufen. Es hätten ruhig noch mehr sein können (es könnten IMMER mehr sein), doch mit der aktuellen Ausbeute bin ich mehr als glücklich. Welche Schmöker bei mir einziehen durften, seht ihr nach dem Cut.

Monatsrückblick Februar 2014




Der Februar ist vorbei und es wird Zeit für den Monatsrückblick. Ich habe in diesem Monat mehr geschafft, als ich erwartet hatte. Und das obwohl der Februar doch so kurz ist! Hier also noch einmal ein kurzer Überblick über meine persönliche Jubel-Statistik.



The OSCARS - Bookish Edition (1/2)

Wortwanderin | 25. Februar 2014 | / / / / | Kommentieren


Anfang März werden die diesjährigen Oscars vergeben. Zeit, um auch meine persönlichen Buch-Oscars für das Lesejahr 2013 zu vergeben! Der Tag geistert ja schon einige Zeit im Booktuber und Buchblogger-Universum herum. Jetzt gibt es meinen Senf dazu. Wer geht am Ende als strahlender Sieger hervor? Vorhang auf und willkommen zum ersten Teil der Bookish Academy Awards!


Colette McBeth - Zorneskalt

Wortwanderin | 21. Februar 2014 | / / | Kommentieren




Nachdem ich zum Jahreswechsel an einem Gewinnspiel des blanvalet Verlags teilnahm, gewann ich einige Tage darauf ein Exemplar des Thrillers "Zorneskalt" von Colette McBeth. Mit purer Absicht las ich keine Rezensionen, um völlig unbefangen an mein erstes Leseexemplar heran zu gehen. Der Rückentext versprach einen Thriller im Stile von S.J. Watsons "Du.darfst.nicht.schlafen.". Den hatte ich vor wenigen Monaten geradezu verschlungen, insofern war ich sehr gespannt, was dieses Autorendebut für mich bereit halten würde.



Marisha Pessl - Die Amerikanische Nacht

Wortwanderin | 13. Februar 2014 | / / / / / | Kommentieren





Marisha Pessl kann man nur lieben oder hassen. Dazwischen scheint es nichts zu geben. Die Meinungen über ihre Bücher gehen weit auseinander und mein Einstand mit ihr war auch nicht wirklich geschmeidig. "Die alltägliche Physik des Unglücks", ihr Debüt, präsentierte sich als handlungsarme Zitatschleuder. Jeder zweite Satz unterbrochen von Verweisen und den klugen Worten fremder Autoren. Nein, das Buch war nicht einfach. Der kaum vorhandene Plot versteckte sich unter dem Mantel der Belesenheit und ließ Pessl wie die personifizierte literarische Arroganz wirken. Als ich jedoch in der Bücherei an ihrem neuen Roman "Die amerikanische Nacht" vorbei ging, konnte ich nicht anders, als dem Wälzer eine Chance zu geben.


Lesevorschau Februar 2014

Wortwanderin | 3. Februar 2014 | / / / | Kommentieren

Es ist schon wieder Zeit für die monatliche Lesevorschau! Dann aber schnell! Nach langem Überlegen, habe ich meine Bücher diesen Monat von fünf auf drei reduziert. Das liegt an dem dicken Schinken (irgendwas um die 800 Seiten), der auf meinem Stapel ganz zuoberst liegt. Insgesamt macht der SUB für den Februar einen recht dramatischen Eindruck. Ich weiß jetzt schon, dass ich das im März anders halten werde. Aber jetzt lasst uns schnell einen Blick auf die Lesevorschau für den Februar werfen.

Monatsrückblick Januar 2014

Der erste Monat des neuen Jahres ist rum. So schnell geht's!
Nachdem mein 2014 mit einer Erkältung gestartet war (hurra, nicht), bin ich in ein Lesetief gefallen und hatte wenig Motivation, überhaupt irgendwas zu lesen. Dank der angenehmen Kapitellände von Flowertown und dem Hörbuch zu Silber (siehe unten), bin ich dann doch etwas voran gekommen. Hier ist mein knackiger Monatsrückblick.


Josephine Angelini - Göttlich verdammt (Göttlich #1)
Das Jugendbuch mit dem mythologischen Hintergrund, wurde mein erster Superflop des Jahres. Eine erzählerische Katastrophe voll mit Klischees und grausiger Willkürlichkeit. Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich so fassungslos und amüsiert zugleich zurück ließ. Weil es so schlecht war!
HIER findet ihr meine Rezension.




John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Gelesen auf Englisch, weil die Originalversion aus der Bücherei nicht ganz so angefragt ist. Hat mich leider auch nicht wirklich umgehauen, weil es durch seine Längen sehr viel Energie verlor. Stellenweise fand ich es schlicht uninteressant. Ich musste mich daher sehr gespalten von meinem Exemplar trennen und bin bis heute nicht sicher, ob ich den Roman nun gut oder mittelmäßig finden soll.
HIER findet ihr meine, etwas andere, Rezension.



Louise Rennison - Frontalknutschen (Georgia Nicolson #1)
Um die zwei Enttäuschungen vorher zu kompensieren, und auch weil ich so viel gutes über diese Reihe gelesen hatte, lieh ich mir den ersten Georgia Nicolson Band aus. Und bereute keine Sekunde. Innerhalb eines Tages flog ich durchs Leben der 14-jährigen und lachte mich schräg. Auf jeden Fall werden die restlichen neun Bände auch noch gelesen!
HIER ist meine Rezension zu diesem Jugendbuch.




Kerstin Gier - Silber: Das erste Buch der Träume
Gehört als Hörbuch des Argon Verlags via Spotify. Wunderbare Zwischendurchlektüre, allerdings fehlte mir das gewisse Etwas. Ich war nicht begeistert, aber auch nicht enttäuscht. Für mich ein Jugendbuch in typischer Gier-Manier, allerdings mit zu vielen Längen. Meine Rezension zum ersten Teil der Trilogie findet ihr HIER.



S.G. Redling - Flowertown: Die Sperrzone
Zum Abschluss des Monats wurde es noch mal spannend. Der Verschwörungsthriller um eine verseuchte Kleinstadt startete langsam, entpuppte sich dann aber zu meinem Monatshighlight. Ein atemberaubendes Buch, das mich wirklich begeistert zurück lässt. Wer gerne Thriller liest und nach einem Geheimtipp sucht, sollte hier unbedingt zugreifen!
Die vollständige Rezension findet ihr HIER.



Dass ich am Ende des Monats dann doch mit fünf gelesenen Büchern dastehe, hatte ich nicht erwartet. Somit bin ich nun ein Buch im Vorraus bei meiner Challenge, 50 Bücher im Jahr 2014 zu lesen. Ein kleiner, aber entspannender Puffer.

Wortwanderin

S.G. Redling - Flowertown: Die Sperrzone

Wortwanderin | 30. Januar 2014 | / / / / | Kommentieren

Titel: Flowertown - Die Sperrzone
Autor: S. G. Redling
Originaltitel: Flowertown
Genre: Roman, Thriller, Science Fiction
Verlag: amazonCrossing
Seitenzahl: 424
Preis: 9,99€ (TB) | 4,99€ (Kindle Edition)


"Als die Feno Chemiewerke im ländlichen Iowa ein Test-Pestizid verschütten, sterben Dutzende Menschen. Die Überlebenden der Verseuchungskatastrophe werden in ein Quarantänelager gepfercht, bewacht von der US-Armee und isoliert von der Außenwelt. Hier bekommen sie starke Medikamente, um das Gift in ihren Adern zu bekämpfen, und ihre Körper sondern jenen Übelkeit erregenden, süßlichen Geruch verwelkender Blumen ab, der über dem Lager liegt und für dessen Spitznamen verantwortlich ist: Flowertown.

Sieben Jahre später bricht die Infrastruktur zusammen, die Vorräte werden knapp, und noch immer ist keine Heilung in Sicht. Ellie Cauley hat alle Hoffnung aufgegeben und kümmert sich nicht um die Warnung ihres paranoiden besten Freundes, dass eine Verschwörung im Gang sei. Stattdessen konzentriert sie sich auf drei Dinge: kiffen, verbotene Schäferstündchen mit einem Armeeoffizier, und ganz besonders auf ihre stets köchelnde Wut. Erst als eine Reihe todbringender Ereignisse die Lagerzone erschüttern, beginnt Ellie zu glauben, dass ihr Freund recht hat: In Flowertown droht Gefahr, und alle Anzeichen verweisen auf einen verzwickten Plan, in dem Rachegefühle und Missbrauch eine Rolle spielen.

Jemand hat Ellie und die übrigen Einwohner von Flowertown mit mörderischer Absicht betrogen und zieht langsam die Schlinge zu. Die Zeit drängt. Da sie niemanden hat, dem sie vertraut und es kein Entkommen gibt, entscheidet sich Ellie, mit der einzigen Waffe zu kämpfen, die sie hat: ihrer Wut."
(Quelle: amazon.de)

Gewonnen! Buchpost von blanvalet

Wortwanderin | 17. Januar 2014 | / | Kommentieren
Ich habe kurz vor dem Jahreswechsel an einem Gewinnspiel von blanvalet mitgemacht. Hierbei war es eine bundesweit angelegte Kampagne zum neuen Thriller "Zorneskalt" von Colette McBeth. Es wurde so getan, als wollte man ein Mädchen namens Clara finden. Die "Vermisst"-Plakate und Anzeigen waren in ganz Deutschland zu finden. An Litfaßsäulen, der Tageszeitung und vielen anderen Orten. Wer Claras Vermisstenanzeige fand, musste ein Foto machen und es auf der blanvalet Site einreichen. So wanderte man in den Lostopf. Und ich hab auch was gewonnen!


Woohoo! Mein allererstes, voll fancy Leseexemplar. Und ich freu mich riesig! LEs sind für mich kleine Schätze. Weil man dann manchmal schon vor allen Anderen lesen kann (in diesem Fall jetzt nicht, denn das Buch ist bereits erhältlich). Weil sie nicht jeder bekommt. Insofern steht das Buch nun ganz oben auf meiner Leseliste für den Februar. Auf dem Rückentext wird versprochen, hier einen Nachfolger zu "Ich.darf.nicht.schlafen" zu liefern. Diesen Thriller habe ich kürzlich geradezu inhaliert, so gut war der. Daher bin ich sehr gespannt, was "Zorneskalt" für uns Bücherfans bereit hält. Ich werde berichten!

Wortwanderin

[Lesejahr 2013] Die Tops des Jahres

Wortwanderin | 2. Januar 2014 | / / / / | Kommentieren
Hallo miteinander!

Hoffentlich seid ihr gut ins neue Jahr gerutscht und geht mit neuer Energie in 2014.
Jahreswechsel sind unter Bloggern ja immer besonders interessant, da jeder seine persönlichen Rückblicke postet. Sozusagen eine kleine Tour durchs Lesejahr. Hier mag ich natürlich nicht fehlen, denn im Jahr 2013 habe ich tatsächlich 43 Bücher gelese (wenn auch ein paar abgebrochen).

Der ein oder andere wird jetzt lachen, weil es ihm so wenig erscheint und sicher gibt es da draußen Leseratten, die das dreifache wegputzen. Jedoch habe ich noch nie so viele Bücher in einem Jahr gelesen und da natürlich auch ein paar sehr gute mit dabei waren, kommen jetzt...

Meine Top 5 des Lesejahres 2013

5. Platz
Robin Jarvis - Zwischenspiel (Dancing Jax #2)
Die Trilogie um das verfluchte Märchenbuch, dem die ganze Welt verfällt geht in die zweite Runde und erschüttert durch Brutalität und Grauen. Das Zwischenspiel hielt mich durch seinen guten Plot gefangen, begeisterte durch Einfallsreichtum und angenehme Charaktere. War sogar noch besser als der erste Teil. Ich liebe diese Reihe!


4. Platz
Emma Donoghue - RAUM
Der erschütternde Roman um eine Frau, die mit ihrem Sohn gefangen in einem Schuppen lebt. Ihren Peiniger als steten Gast und keine Hoffnung auf Flucht. Bis zu diesem einen Tag... RAUM hat mich durch seine bedrückende, und doch positive Atmosphäre gefangen. Ein Buch, das mich verändert zurück gelassen und das mein Herz tief bewegt hat. Stellenweise hielt ich wirklich die Luft an und wollte noch schneller lesen. Sehr empfehlenswert und zu Recht so erfolgreich.

3. Platz
Jasper Fforde - Grau (Shades of Grey #1)
Fforde ist berühmt für seine schrägen, kreativen Welten und auch hier enttäuscht er nicht. In einer Welt in der Farbsehen über den gesellschaftlichen Stand entscheidet, schlagen sich zwei stille Revoluzzer durch um eine Verschwörung aufzudecken. Ultra komisch, super einfallsreich und mal eine andere Art Dystopie. Las sich herrlich erfrischend und macht große Lust auf mehr. Ich warte gespannt auf Teil 2.


2. Platz
Rick Yancey - The 5th wave
Die bis dato noch nicht auf Deutsch erhältliche Dystopie schlug in Bloggerkreisen ein wie eine Bombe. Die düstere Zukunftsgeschichte um eine Alieninvasion startet mit einem beeindruckenden ersten Teil, der sich vor allem mit der Frage "Wem kannst du noch trauen?" beschäftigt. Erschütternd, packend. Ein echtes Highlight zum Ende meines Lesejahres. Bin gespannt, wie hier dann die deutsche Fassung ankommt.

1. Platz
Kiera Cass - The Elite
Weil ich die Trilogie auf Englisch lese, war die Elite schon im Frühsommer dran. Und war das Buch toll! Man bekommt, wonach es aussieht. Kitsch, Drama, Mädchengezicke und pubertären Herzschmerz. Aber liebreizend verpackt und mit einer starken Protagonistin.
Ich hatte großen Spaß beim Lesen und fühlte mich rundum wunderbar unterhalten. In mir steckt eben doch eine kleine Prinzessin, die sich von dieser Trilogie angesprochen fühlt. Teil 3 kann kommen!


Puh...das war schwer. Ein paar tolle Bücher musste ich leider aus dem Ranking werfen (Robocalypse, Die Insel der besonderen Kinder...) und ein paar habe ich gar nicht erst aufgezählt, weil die durch ihre Größe sowieso alles überstrahlen (Panem, Rubinrot). Mit der abschließenden Liste bin ich nun zufrieden. Damit kann ich leben und bereite mich mental mal auf die unschönen Seiten des Lesejahres vor.

Ja, ihr habt richtig geraten. Wo eine Top 5 ist, gibt es auch eine Flop 5. Doch mehr dazu später...

Eure Wortwanderin

Monatsrückblick Oktober 2013

Es ist schon wieder soweit. Der Oktober ist ja geradezu vorbeigerauscht. Jetzt wird es so richtig knackig kalt draußen und die Lesemonate sind geprägt von dampfenden Teetassen, wärmenden Decken und gemütlichem Schmökern auf der heimischen Couch. Bevor wir uns aber einkuscheln, gibt's hier noch schnell meinen Monatsrückblick mit Minireview.

S. J. Watson - Ich. darf. nicht. schlafen.

Ein Buch, das mich sehr gefesselt hat. Teilweise wusste ich selbst nicht mehr, wer hier nun die Wahrheit erzählt und wem zu trauen ist. Watson beherrscht es meisterhaft, das Lesetempo durch aufkommende Spannung zu erhöhen, bis man sich wünscht, man könnte über die Seiten fliegen. Die Geschichte hat mich in jeder Hinsicht überzeugt und so wurde dieser Debüt-Thriller zu einem der Lesehighlights in diesem Jahr. Die komplette Rezi dazu findet ihr HIER.


Emma Donoghue - RAUM

Oh Mann, dazu noch was zu sagen, fällt schwer. Ein tief bewegendes Buch, das mich in vielerlei Hinsicht mitgenommen und berührt hat. Es war unangenehm, sperrig, langatmig, schlicht thematisch unschön. Aber die Umsetzung ist so warmherzig und liebevoll, dass man die ganze Zeit hätte weinen können. Ich bin von der leisen Stärke dieses Romans wirklich begeistert. Ein unglaublich wertvolles Buch, das ich nur weiterempfehlen kann. Die komplette Rezi dazu findet ihr HIER.



Colleen Gleason - Bleicher Morgen (Das Buch der Vampire #1)

Zwischendurch mal ein Vampirroman ohne muskelbepackte, überragend bestückte Beißer. Die Mischung aus Stolz und Vorurteil und Buffy war ein Re-Read für mich um die Pentalogie endlich mal anzugehen. Im zweiten Anlauf entdeckte ich einige Facetten, die ich lieber mochte, als beim ersten Lesen. Der ironische Humor, die latent witzige Verzweiflung und charismatische Figuren machten mir Spaß. Jetzt freue ich mich auf Band 2 und bin schon sehr gespannt, wie es nach diesem Ende weitergeht. Dieses Ende...


Jane Green - The Other Woman / Bis dass sie uns scheidet

Mein persönlicher Monatsflop. Ich habe mich nach sage und schreibe zwei Monaten endlich bis zum Ende gequält. Aber wirklich gut ist es auch da leider nicht geworden. Selten so furchtbar nervtötende Charaktere erlebt. Eigentlich wollte man sie die ganze Zeit einfach nur anbrüllen. Ich bin froh, dass das Elend nun vorbei ist und das Buch einen neuen Besitzer finden kan. Die komplette Rezi über dieses Grauen zwischen Buchdeckeln findet ihr HIER.



Suzanne Collins - Gefährliche Liebe (Die Tribute von Panem #2)

Dazu muss man nun wirklich nix mehr sagen. Ich habe es nun endlich auch gelesen und bin ich eineinhalb Tagen regelrecht durchgepflügt. Ich konnte es nicht weglegen. Es war so dermaßen spannend, so gut, so bewegend! Irgendwie nimmt mich dieser gesellschaftliche Aufstand total mit, ich hab auf den ersten hundert Seiten schon Tränchen vergossen. Und jetzt muss ich noch viel zu viele Tage bis zum Filmstart warten. Gna!




Der aufmerksame Leser wird sich fragen, wo Immensee von Theodor Storm abgeblieben ist. Nun, der ist noch auf meinem Monats-SUB und wird mit in den November genommen. Da die Sprache doch etwas getragener ist und ich aktuell gar keine Ruhe für so viel Konzentration hatte, werde ich das Büchlein einfach etwas später lesen. Und die anstehende Leserunde meines Lovelybooks-Gewinn erfordert auch etwas mehr Zeit und intensivere Bearbeitung, daher kommt im November ein so dünnes Buch wie Immensee gerade Recht. 

Was habt ihr gelesen?
Wortwanderin

S. J. Watson - Ich. darf. nicht. schlafen.

Wortwanderin | 23. Oktober 2013 | / / | Kommentieren
Buchdaten

Titel: Ich. darf. nicht. schlafen.
Autor: S. J. Watson
Originaltitel: Before I go to sleep
Verlag: Fischer Taschenbuch
Preis: 9,99 € (TB und Kindle Edition)

Inhalt

Christine erwacht jeden Morgen neben einem fremden Mann, in einem fremden Haus. Dass der Mann ihr Ehemann Ben ist, hat sie vergessen. Schockiert stellt sie jeden Tag aufs Neue fest, dass sie nicht mehr Anfang zwanzig, sondern 47, und der Großteil ihres Lebens aus ihrem Gedächtnis verschwunden ist. Denn Christine leidet nach einem Unfall unter einer schweren Form der Amnesie – sobald sie längere Zeit schläft, vergisst sie alles. Doch jeden Morgen liest sie in einem Tagebuch, das sie am Vortag weitergeschrieben hat. Und was dort steht, ist zutiefst beunruhigend, denn es beginnt mit den Worten „Vertraue Ben nicht“.

Leseeindrücke

Wie Christine selbst wird der Leser zu Beginn direkt in die Handlung geworfen. Er muss sich ebenso Christines Lebensumstände erklären lassen, wie die Protagonistin selbst. In dem ganzen emotionalen Chaos, das zu diesem Zeitpunkt herrscht, ist Psychologe Dr. Nash der Fels in der Brandung. Denn der erzählt Christine, dass sie seit einiger Zeit Tagebuch schreibt und wo sie es finden kann. Ab da beginnt der Stein zu rollen.

Geduldig muss man sein, beim Eindringen in diesen Plot. Denn der Autor enthüllt nur langsam Details aus Christines Leben vor dem Unfall. Die mögen dem Leser erst einmal wichtig für Christine, aber weniger wichtig für das Fortschreiten der Handlung erscheinen. Doch gekonnt verwebt Watson die Fäden, spinnt ein beeindruckendes Geflecht aus Lüge, Hoffnung und der ewigen Frage „Wem kannst du trauen?“. Wem zu trauen ist, das weiß man beim Lesen oft selbst nicht. Irgendwann verdächtig man mal jeden der teilnehmenden Figuren. Manchmal wird man nachsichtig, nur um dann die volle Breitseite Lug und Betrug so abzukriegen. Der Leser wird förmlich zur Protagonistin. 

Die ist über die ganze Länge des Buches eine angenehme Figur. Kein weinerliches Naivchen, aber auch keine dominante Erscheinung. Das macht sie menschlich, lässt mitfühlen. Jede ihrer Handlung bleibt durchgehend verständlich und nachvollziehbar, auch wenn man es persönlich vielleicht anders gehandhabt hätte. Da die Leserbindung zu Christine natürlich besonders stark ist, sind die wenigen Nebenfiguren zwar klar umrissen, aber im direkten Vergleich etwas fahl. Dennoch empfand ich gerade Dr. Nash als willkommenen Engel im ganzen Trubel. Eine warmherzige Person, die ich sehr mochte.

Watson schreibt in einem einfachen Stil voller klarer, wenig verschachtelter Sätze. Das bewirkt einen flotten Lesefluss und man schafft viele, viele Seiten in kurzer Zeit.
Doch all das hilft nichts, wenn man sich im letzten Drittel wünscht, man könnte NOCH schneller lesen. Denn dann wird er es dermaßen fesselnd, dass man geradezu über die Seiten fliegt. Hin und wieder entwischte mir ein „Verdammt!“, Ist nicht wahr!“ oder „Ich glaub das ja nicht!“. Denn der Autor wirft fröhlich unerwartete Änderungen in den Plot. Da legt man sich seine Theorie zurecht, wird dann völlig vor den Kopf gestoßen, nur damit es noch später doch wieder anders heißt. Der Puls raste auf den letzten Seiten. Ich dachte, ich müsse gleich schreien, wenn ich nicht endlich weiß, wie es ausgeht.

Fazit

Insofern ist hoffentlich klar, dass es sich hierbei um ein überragendes Thriller-Debüt handelt.
Selten habe ich ein so fesselndes Buch gelesen, das seinen Leser so schön einarbeitet und überrascht. Kleine Details verweben sich zu einem packenden Strudel, in den man völlig abtaucht. Von mir gibt es daher eine ganz dicke Leseempfehlung und wohl verdiente 5 Blätter.



Bildmaterial: youtube.com, buecher.de

Emma Donoghue - RAUM

Wortwanderin | 9. Oktober 2013 | / / / | Kommentieren
„RAUM“ ist ein Buch, welches ich schon lange lesen wollte. Für gewöhnlich meide ich Bücher, die groß gehypet werden/wurden, denn in aller Regel gefallen sie mir dann doch nicht. Hier wollte ich eine Ausnahme machen, obwohl die Thematik wirklich nichts ist, wovon man sagen kann, man lese es wirklich „gern“. Was „RAUM“ letztlich in mir ausgelöst hat, lest ihr hier.

Buchdaten

Autor: Emma Donoghue
Titel: RAUM
Originaltitel: ROOM
Verlag: Piper
Seitenzahl: 410
Genre: Roman, Thriller
Preis: 19,99€ (gebundene Ausgabe) | 9,99€ (TB) | 8,49€ (Kindle Edition)
Verfilmung: Angekündigt, Cast wird aktuell noch gesucht

Inhalt

Jack ist gerade fünf Jahre alte geworden und lebt mit seiner Mutter in Raum. Raum ist alles was er kennt, zwölf Quadratmeter groß und seine ganze Welt. Er schaut gerne fern, doch er weiß, alles was er dort sieht, ist nicht echt – echt sind nur er, seine Ma und die Dinge in Raum. Der Tag kommt, an dem seine Mutter ihm erklärt, dass es außerhalb von Raum noch eine Welt gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen…

Leseeindrücke

Das gesamte Buch wird aus der Sicht von Jack erzählt, was dem ganzen Grauen eine unverwüstlich positive Note gibt. Der Kontrast zwischen dem Schrecken und seiner eigenen liebevollen Wahrnehmung ist packend, schön und bittersüß. Die kindliche Gedankenwelt des 5-jährigen, der nie etwas anderes als Raum gesehen hat, lässt den Leser mit tiefem Bedauern und purer Faszination zurück. Denn Jack liebt Raum, es ist sein Zuhause und dass es im „Draußen“ noch etwas anderes geben soll, versteht er nicht. Für ihn ist Raum ein Planet, die Serien im TV sind andere Planeten, die er nicht betreten kann. Außerhalb von Raum gibt es für ihn nichts und für den völlig abgeschotteten Jungen ist es äußerst schwer begreifbar, was seine Ma ihm zu erklären versucht. Jack weiß nur, dass Old Nick noch „in echt“ ist, so wie er und Ma. Denn Old Nick kommt fast jede Nacht zu Ma. Erst piepst die Tür, dann kommt er herein und lässt das Bett quietschen. Jack schläft in einem Schrank, um das Elend nicht sehen zu müssen.
Offizieller RAUM-Grundriss zur Veranschaulichung

Für den Leser erschließt sich schnell, was mit Jack und seiner Mutter passiert ist. Jedoch bleiben die genauen Hintergründe und die Umstände der Gefangenschaft bis etwa zur Mitte des  Buches im Dunkeln. Interessant ist die Herangehensweise der Autorin zu Beginn, denn wir lernen die Tage in Raum kennen. 130 Seiten lang „quält“ sich der Leser durch eine Beschreibung des eigentlich immer gleichen Tages, der nur in wenigen Facetten variiert und lediglich durch Jacks Erzählung an Wärme gewinnt. Manche Kritiker finden dies langweilig, ich gehe aber davon aus, dass Emma Donoghue diesen Teil mit purer Absicht so ausgedehnt hat. Denn man wird beim Lesen beinahe selbst verrückt. Gerade als man meint, noch einen weiteren Tag in Raum ertrage man nicht, nimmt die Geschichte Fahrt auf.

Jack ist ein wunderbarer, wenn auch anstrengender Protagonist. Typisch für ein kleines Kind hat er seine herzerwärmenden Momente, wie auch Situationen in denen klar wird, dass er bockig und unverständig wie eben jeder andere Junge sein kann. Verständlich ist auch seine unglaublich intensive Bindung zwischen seiner Mutter und ihm, die er durch den Ausbruch aus Raum geradezu gefährdet sieht und sich deswegen häufig weigert, den Fluchtplan durchzuführen. Seine Mutter ist eine überragende Persönlichkeit, für die ich tiefe Bewunderung empfinde. Das Abhängigkeitsverhältnis zu Old Nick lässt sie Jack kaum spüren und überschüttet ihn mit Liebe. Sie macht ihm die Tage so angenehm wie möglich und beschäftigt sich ohne Unterlass mit ihm. Ihre Verzweiflung, die schwindende Kraft treten nur selten nach außen, so dass Jack es bemerkt.

Jacks Sprache ist mindestens so kontrastreich, wie seine Situation. Durch die mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten in Raum (von denen er aber nichts weiß), hat ihm seine Ma Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht. All dies beherrscht er überdurchschnittlich gut, und so erzählt er auf eine Weise, die für einen so kleinen Jungen eigentlich unmöglich ist. Doch seine Isolation zeigt sich auch in seiner Sprache, so kennt er diverse Wörter nicht oder beschreibt Dinge auf seine Weise. Gegenstände in Raum beispielsweise, tragen bei ihm keinen Artikel, sondern Namen. Er sagt „Ich klettere auf Tisch“, „In Schrank ist es dunkel“ usw.

Beim Lesen taucht man völlig in das Buch ab. Die Autorin fängt einen und schottet den Leser völlig ab. Ein äußerst interessanter Aspekt, wenn man den Kern der Geschichte betrachtet. Auch wenn das Buch keins der Sorte ist, die man schnell weg liest, so sitzt man doch oft stundenlang zusammen mit Jack und Ma in Raum und leidet, hofft und fiebert mit.

Fazit

Ich könnte noch viel, viel mehr zu diesem Roman schreiben, doch könnte ich nie das intensive Gefühl, welches ich beim Lesen hatte, einfangen. Für mich ist „Raum“ ein höchst empfehlenswertes, wertvolles Buch. Schon lange war ich von einem Roman nicht mehr so gefesselt und begeistert. Ich vergebe fünf Melonen und warte nun gespannt auf die Verfilmung. Mal sehen, wie sie das Buch umgesetzt haben.

Lesevorschau Oktober 2013



Im September bin ich in der Stadtbücherei ja geradezu eskaliert und habe meinen heimischen SUB vor lauter Ausleih-Exzess mit Ignoranz gestraft. Damit es fortan daheim wieder etwas weniger Regalleichen werden, habe ich im Oktober nur zwei Bücher ausgeliehen. Zum Ausgleich muss ich also nun etwas mehr SUB-Bücher lesen, die ich immer per Losverfahren auswähle. Das sind also die bunt gemischten Bücher aus meiner Lesevorschau Oktober!



                                                               Theodor Storm – Immensee                                                                       
Das vergilbte Büchlein von 1942 ist aus einem öffentlichen Bücherschrank und wurde per Los aus meinem SUB ausgewählt. Es ist zum Glück nicht dick, sodass ich evtl. noch ein weiteres Buch auslosen kann, wenn der Oktober ein wenig voran geschritten ist. Auf diesen Klassiker freue ich mich tatsächlich sehr, mein letzter ist nämlich schon einige Zeit her.

                                                             Jane Green - The Other Woman                                                                   
Über eine frisch gebackene Ehefrau und Mutter, die mit ihrem Schwiegermonster im Streit liegt und ihre Beziehung in eine Tiefe Krise stürzt. Bei weitem nicht so lustig, wie man beim Stichwort Chick-Lit immer denkt. Das Buch ist bereits zu guten zwei Dritteln gelesen, da es schon länger auf dem Nachtschrank liegt. Diesen Monat muss es nun aber mal fertig werden.

                                          Colleen Gleason – Bleicher Morgen (Das Buch der Vampire #1)                                    
Ein Re-read. Ich habe diesen Band schon vor einigen Jahren gelesen, die Serie aber einfach nicht weiter gekauft. Keine Ahnung wieso. Wahrscheinlich weil irgendwelche anderen Bücher dazwischen kamen (der geneigte Buchfreund kennt das Problem). Jedenfalls möchte ich die 5-teilige Reihe nun endlich vollständig haben, lese und kaufe also was noch aussteht. Zum Wiedereinstieg fange ich einfach noch mal von vorne an, denn worum es geht, habe ich größtenteils vergessen.

                                                     S.J. Watson – Ich. Darf. Nicht. Schlafen                                                               
Lange auf meiner Wunschliste, nun endlich bei mir zu Hause. Ich bin gespannt, wie ich dieses Buch finden werde, denn die Meinungen zu dem Thriller gehen weit auseinander. Ich hoffe, dass mir die Auflösung bzw. das Ende gefällt. Bei einigen Lesern war das leider nicht so.
Nach all den Jugendbücher im letzten Monat, durfte es jetzt auch mal was spannendes sein.

                                                         Emma Donoghue – RAUM                                                                               
Heute habe ich die ersten ca. 50 Seiten von „RAUM“ gelesen und schon fange ich an, Fragmente aus der Erzählung des 5-jährigen Jack wie ein Puzzle zusammen zu fügen. Ich bin bereits beklommen, gepackt und zutiefst bestürzt. Sicherlich wird mir dieses Buch lange keine Ruhe lassen und ich bin froh, es endlich lesen zu können.

Insgesamt finde ich fünf Bücher als Monatsziel durchaus angenehm. Ich fühle mich lesetechnisch nicht so unter Druck. Auch weil mir diesmal nur EIN Rückgabedatum für die ausgeliehenen Bücher Dampf macht, und ich nicht 8 Bücher geradezu wegputzen „muss“. Ich denke, wenn ich diese Aufteilung fortan beibehalte, kann ich meinen SUB verkleinern und trotzdem neue Bücher in der Bücherei entdecken. Das fühlt sich gut an.

Was lest ihr im Oktober?
Die Wortwanderin

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