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Jo Watson - After the Rain (Twisted Fate #1)

Wortwanderin | 8. Oktober 2014 | / / / | Kommentieren
Eines Tages überkam mich der Drang, doch mal wieder etwas Contemporary Romance zu lesen. Leicht verdauliche Lektüre für die vielen Bahnfahrten. Ein Fast-Neuling auf diesem Gebiet, durchwühlte ich die Top 100 englischsprachigen Gratis eBooks bei Amazon - und wurde fündig. Da lachte mich dieses schlichte, aber bunte Cover an und ich griff zu. Meine Erfahrungen mit After the Rain von Jo Watson findet ihr hier.

Lesen wir alle das Gleiche?


"Keine zwei Menschen lesen jemals das gleiche Buch." - Edmund Wilson
Oder doch?

Gerade auf Facebook bin ich gerne aktiv in diversen Büchergruppen. Dort gibt es diverse, sich immer wiederholende, Fragen. Ein Tolino oder ein Kindle? Überhaupt eReader? Indie-Autoren ja oder nein? Wie groß ist dein SUB? Über diese Fragen scheint sich die Buch-Community schier endlos austauschen zu können.

Was sie allerdings noch sehr gut zu beherrschen scheint, ist das Empfehlen der ewig gleichen Bücher und Autoren. Da mir das inzwischen immer mehr auffällt, drängte sich die Frage auf, ob wir tatsächlich alle das Gleiche lesen. Versteht mich nicht falsch, wir lesen natürlich nicht alle das Gleiche. Doch gibt es eine deutliche Gewichtung, von der ich wissen möchte, woher sie kommt.

Fragt man nach einem spannenden Krimi oder Thriller, schreien die Ersten man solle doch einen Fitzek lesen. Dann trudeln allmählich die Leser ein, die z.B. einen Jo Nesbo empfehlen. Oder eine Karin Slaughter. Fragt man nach etwas aus dem Fantasy Bereich, bombadieren einen die Leser mit Jugendbuch-Dystopien mit bestenfalls fantastischer Basis und reichlich Beziehungsdreieck-Gedöns. Etwas fürs Herz? "Ein ganzes halbes Jahr", "Weil ich Layken liebe", "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" - ganz groß dabei momentan. Man kann sich die Antworten praktisch selbst geben. Will man etwas, das man noch nicht hunderte Male in anderen Threads gesehen hat, muss man schon konkreter werden. Damit werden die Antworten aber auch automatisch weniger. Als ob es darüber hinaus nicht mehr viel gäbe.

Lesen wir wirklich so massentauglich? Wo sind die Autoren, die nicht die Bestsellerlisten rauf und runter fahren und zu Unrecht übersehen werden? Warum kann sich die Masse dafür nicht begeistern? Ist es die Anstrengung, die man unternehmen muss, sie zu finden?

Der Buchmarkt ist im Fluss. Erst kürzlich beklagte sich jemand, in ihrer Buchhandlung schrumpfe das Regal für Vampirfantasy und deren animalischen Kollegen auf ein Kleinstmaß. Was werden wir wohl morgen lesen? Wahrscheinlich mehr Gay/Bi-Romance, sobald auch noch der letzte Trittbrettfahrer von "Shades of Grey" das Zeitliche gesegnet hat.

Generell ist der so genannte "Mommy Porn" ein extrem beliebtes Thema unter den weiblichen Lesern. Da hat man wenigstens noch aufregenden Sex in Buchform. Indie-Autoren zu diesem Genre werden gefühlt im Stundentakt geboren. Die Erotik-eBooks explodieren in ihren Zahlen, so wie die Protagonisten in ihre bebenden Wunderweiber. Und während die berufstätige Ehefrau morgens in der Bahn verträumt auf ihren eReader starrt, haut am anderen Ende der Welt wieder eine Abigail F. Lovelust in ihre Tasten um ihr Studium zu finanzieren. Wenn es ihr zu langweilig wird, kann sie immerhin noch "Dinosaur Porn" schreiben.

Ist es der Markt, der uns diktiert, was wir zu lesen haben? Oder dürsten wir nach solchen, immer gleichen, Büchern? Sind es am Ende wir, die wir uns langweilen wollen?

David Levithan - Letztendlich sind wir dem Universum egal

Wortwanderin | 23. April 2014 | / / / / | Kommentieren


Als mir im vergangenen Herbst das amerikanische Original "Every day" in die Hände fiel, verliebte ich mich prompt in Cover und Plot. Neugierig wie ich war, kaufte ich das Buch blind und bin froh, dass es nun unter dem Titel "Letztendlich sind wir dem Universum egal" auch hierzulande verlegt wird. Warum dieses Buch ein echter Gewinn ist und in jeden Schrank gehört, lest ihr hier.

Lesevorschau April 2014


Der April beginnt und damit geht es auch meinem SUB für diesen Monat an den Kragen. Es erwartet euch (und mich) ein bunter Mix aus verschiedenen Genres. Es gibt ein Wiedersehen mit Vampirjägern, wir tauchen ab in die Tiefen des Universums, und einiges mehr. Einen kurzen Überblick über den Lesemonat findet ihr hier.


Monatsrückblick März 2014

Wie, schon so früh? Aber wir haben doch noch drei Tage bis Ende des Monats! Ja, schon..aber ehrlich, diesen Monat tut sich lesetechnisch nichts mehr. Ich bin durch für diesen März. Und meiner Goodreads Challenge für dieses Jahr zufolge, bin ich bereits sieben Bücher im Plus auf meinem Weg zu 50 gelesenen Büchern in 2014. Irgendwie ging es richtig gut voran. So gut, dass ich mir gegen Ende des Monats ein bißchen Zeit lassen konnte - und tatsächlich mal ein paar Tage gar nichts gelesen habe. Hier ist der knackige Rückblick auf die Märzbücher.


Martina Riemer - Glasgow Rain

Wortwanderin | 20. März 2014 | / / / / / | Kommentieren




Bereits im Januar hatte ich euch schon einmal von Glasgow Rain berichtet. Die Autorin war so nett mich in den Kreis der Vorableser aufzunehmen, und so kam ich bereits einige Zeit vor Erscheinungstermin in den Genuss dieses Romans. Heute ist der große Tag, an dem das Autorendebüt erscheint und ich darf in die Tasten hauen. Meine Rezension findet ihr hier.



The OSCARS - Bookish Edition (2/2)


 

Die Oscars sind vergeben, die Gewinner gekürt. Während die Schauspieler Hollywoods ihre Goldmännchen küssen, küre ich die Sieger meiner Buch-Oscars für das Lesejahr 2013. Hier also der zweite Teil meiner der Bookish Academy Awards!


Buchreihen, die ich nicht beenden werde



Momentan geistert ein Tag durch die Buchwelt, der mich fast noch mehr interessiert, als all die Empfehlungen. Und zwar geht es um die Buchreihen, die man nicht zu Ende lesen wird. Man hat sie zwar angefangen, aber irgendwann die Lust verloren. Oder fand sie gleich so dämlich, dass Weiterlesen überhaupt keine Option ist. Natürlich habe ich auch ein paar Reihen begonnen, von denen ich nichts mehr lesen will. Welche das sind, und warum sie mich mal können, lest ihr hier.


Monatsrückblick Januar 2014

Der erste Monat des neuen Jahres ist rum. So schnell geht's!
Nachdem mein 2014 mit einer Erkältung gestartet war (hurra, nicht), bin ich in ein Lesetief gefallen und hatte wenig Motivation, überhaupt irgendwas zu lesen. Dank der angenehmen Kapitellände von Flowertown und dem Hörbuch zu Silber (siehe unten), bin ich dann doch etwas voran gekommen. Hier ist mein knackiger Monatsrückblick.


Josephine Angelini - Göttlich verdammt (Göttlich #1)
Das Jugendbuch mit dem mythologischen Hintergrund, wurde mein erster Superflop des Jahres. Eine erzählerische Katastrophe voll mit Klischees und grausiger Willkürlichkeit. Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich so fassungslos und amüsiert zugleich zurück ließ. Weil es so schlecht war!
HIER findet ihr meine Rezension.




John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Gelesen auf Englisch, weil die Originalversion aus der Bücherei nicht ganz so angefragt ist. Hat mich leider auch nicht wirklich umgehauen, weil es durch seine Längen sehr viel Energie verlor. Stellenweise fand ich es schlicht uninteressant. Ich musste mich daher sehr gespalten von meinem Exemplar trennen und bin bis heute nicht sicher, ob ich den Roman nun gut oder mittelmäßig finden soll.
HIER findet ihr meine, etwas andere, Rezension.



Louise Rennison - Frontalknutschen (Georgia Nicolson #1)
Um die zwei Enttäuschungen vorher zu kompensieren, und auch weil ich so viel gutes über diese Reihe gelesen hatte, lieh ich mir den ersten Georgia Nicolson Band aus. Und bereute keine Sekunde. Innerhalb eines Tages flog ich durchs Leben der 14-jährigen und lachte mich schräg. Auf jeden Fall werden die restlichen neun Bände auch noch gelesen!
HIER ist meine Rezension zu diesem Jugendbuch.




Kerstin Gier - Silber: Das erste Buch der Träume
Gehört als Hörbuch des Argon Verlags via Spotify. Wunderbare Zwischendurchlektüre, allerdings fehlte mir das gewisse Etwas. Ich war nicht begeistert, aber auch nicht enttäuscht. Für mich ein Jugendbuch in typischer Gier-Manier, allerdings mit zu vielen Längen. Meine Rezension zum ersten Teil der Trilogie findet ihr HIER.



S.G. Redling - Flowertown: Die Sperrzone
Zum Abschluss des Monats wurde es noch mal spannend. Der Verschwörungsthriller um eine verseuchte Kleinstadt startete langsam, entpuppte sich dann aber zu meinem Monatshighlight. Ein atemberaubendes Buch, das mich wirklich begeistert zurück lässt. Wer gerne Thriller liest und nach einem Geheimtipp sucht, sollte hier unbedingt zugreifen!
Die vollständige Rezension findet ihr HIER.



Dass ich am Ende des Monats dann doch mit fünf gelesenen Büchern dastehe, hatte ich nicht erwartet. Somit bin ich nun ein Buch im Vorraus bei meiner Challenge, 50 Bücher im Jahr 2014 zu lesen. Ein kleiner, aber entspannender Puffer.

Wortwanderin

Louise Rennison - Frontalknutschen (Georgia Nicolson #1)

Wortwanderin | 28. Januar 2014 | / / / | Kommentieren


Titel: Frontalknutschen (Die Bekenntnisse der Georgia Nicolson #1)
Autor: Louise Rennison
Originaltitel: Angus, thongs and full-frontal snogging / Angus, thongs and perfect snogging
Genre: Jugendbuch für Mädchen, Romantik
Verlag: cbt
Preis: Neu nicht mehr erhältlich. Gebraucht bei z.b. Amazon ab 0,69€
Seitenzahl: 192
Info: Im englischen Original 10 Bände, jedoch nur 6 auf Deutsch übersetzt. Verfilmung ("Frontalknutschen") auf DVD erhältlich.





"Die 14-jährige Georgia Nicolson schreibt Tagebuch. Ein Jahr lang notiert sie alles, was sie denkt und tut. Schonungslos offen und mit einer gehörigen Portion unfreiwilligen Humors schildert sie die Ereignisse eines Jahres, in dem sich nicht nur für sie, sondern für die ganze Familie viel verändert. Die Topthemen: Wann sehen meine Eltern endlich ein, dass ich kein Baby mehr bin? Wie wirke ich reifer und erwachsen (und habe dabei trotzdem noch Spaß)? Ärger in der Schule. Was macht man beim Küssen mit den Händen? Und was mit der Zunge? Mich küsst eh keiner! Wie kann ich Mr. Wunderbar davon überzeugen, dass ich die Richtige für ihn bin? Hilfe, ich bin hässlich! Verkracht mit der besten Freundin – und wieder versöhnt!"
(Quelle: amazon.de) 


Nachdem ich im Netz immer wieder auf diese Jugendbuchreihe gestoßen bin, und die Kritiken durchweg positiv waren, habe ich in der Frankfurter Stadtbücherei den ersten Teil ausgeliehen. Zugegeben, der Rückentext (s.o.) sieht nicht aus, als wäre das Buch etwas für alle über 16. Aber weit gefehlt!

Georgia Nicolson ist eine clevere Person und gar nicht mal auf den Mund gefallen. In diesem, ersten Teil entdeckt sie die Liebe für sich. Was heißt entdecken? Sie fällt regelrecht hinein. Denn sie verknallt sich Hals über Kopf in einen hübschen Jungen, den sie "Sexgott" tauft. Der ist dummerweise mit dem Waschlappen Lindsay (hat wässrige blaue Waschlappenaugen) verlobt. Heißt es zumindest. Zusammen mit ihrer besten Freundin arbeitet sie an Strategien, ihn für sich zu gewinnen. Und als wäre das nicht schon genug, plant ihr Vater nach Neuseeland auszuwandern und seine Familie mitzunehmen. Ihre Babyschwester pischert ständig in ihr Bett und Angus, ihr fetter Kater, will mal wieder den Hund der Nachbarn fressen. Also alles so schräg wie immer!

Louise Rennison hat mit Georgia eine dermaßen sympatschie Figur geschaffen, dass es eine wahre Freude ist, die Pubertät noch mal mit ihr zu durchleben. Und das will was heißen, denn wer mochte die schon? Diese Reihe macht jeder Frau Spaß. Den Teenies, weil sie genau das gleiche erleben, den Älteren, weil sie sich erinnert fühlen und den Müttern, weil sie darin eine brüllend komische Ergänzung zu ihren Teenietöchtern finden. Alle werden lachen!

Das Buch war angenehm kurzweilig. Auf Häppchen aufgeteilt, habe ich einen Tag gebraucht und jede Minute mit Georgia genossen. Natürlich ist bei einer 14-jähigen alles Drama, aber das hat nicht genervt. Viel eher war es eine oberflächliche, aber schwer unterhaltsame Darstellung des (Seelen)Lebens eines Teenagers.
Hätte ich damals gewusst, wie furchtbar ich mich benahm, wäre ich auf der Stelle im Boden versunken vor Scham.

Ein absolutes Highlight unter den romantischen Büchern für Mädels. Komisch, unterhaltsam und so, so wahr. Eine ganz dringende Leseempfehlung und volle 5 Bäumchen für die hinreißend verrückte Georgia.



Wortwanderin

Mein Bücherregal (4/12)

Heute nach etwas längerer Pause, der vierte Teil meiner Bücherregal-Tour!


Ganz links seht ihr den Insider's Guide zur Black Dagger Reihe von J.R. Ward. Kein Muss, aber ein gut gelungenes Extra. Direkt danebei folgen Band 1 und 2 der Selection-Trilogie von Kiera Cass. Ich lese sie auf Englisch, daher die TB Ausgabe - bin ich auch früher mit dem Ende dran, waaah! Es folgt PopCo von Scarlett Thomas, das sich mit de Lügen der Medienwelt befasst. Daneben sind zwei Bände der Teuflisches Genie Reihe (oder Trilogie?) von Catherine Jinks. Teil 1 habe ich gelesen, alles andere danach nicht. Muss ich unbedingt ändern! Genauso wie in der Monstrumologe Reihe von Rick Yancey. Bin nach dem 1. Band irgendwie stecken geblieben, dabei sind die Bücher echt gut. Natürlich fehlt auch Saeculum von Ursula Poznanski nicht. Daneben ein Highlight unter den Jugendbüchern: Die Dancing Jax Trilogie (bzw. Band 1 und 2, denn 3 erscheint erst noch) von Robin Jarvis. Hammer, unbedingt lesen! Wie ihr seht, besitze ich tatsächich nur Band 1 der City of Bones Reihe von Cassandra Clare. Liegt hauptsächlich an dem offenbar schwerer beschaffbaren Format, das nur ein Verlag führt. Warum einfach, wenn es auch schwer geht, was?


Es folgt Robocalypse von Daniel H. Wilson, welches von Steven Spielberg verfilmt werden soll. Hurra!
S. G. Browne steuert Schicksal! bei. Daneben steht Troposphere von Scarlett Thomas im schnieken silbernden Schutzumschlag. Die Radleys von Matt Haig sind mal eine etwas andere Vampirfamilie, während Die Geschichte der O von Pauline Réage die Mutter aller BDSM-Erotikromane ist. Wer braucht da schon Shades of Grey? - Das fragt sich bestimmt auch Firmin aus Ein Rattenleben von Sam Savage, denn der Vierbeiner hätte wohl was anderes gelesen.Vielleicht von seinen tierischen Kollegen aus Glennkill von Leonie Swann? Zum Schluss folgt der wunderschöne Schuber des Steampunk-Romans Die Glasbücher der Traumfresser von Gordon Dahlquist. Das Design des physischen Buches ist ein mega Highlight.

Wortwanderin

Black Dagger Buchreihe

Wortwanderin | 24. Mai 2013 | / / | Kommentieren
Ja, ich mag Vampirgeschichten. Aber zickige Protagonistinnen, im Sonnenlicht funkelnde Weichspül-Beißer und eine seichte Teen-Lovestory? Nee, sowas von nicht. Wie gut, dass der Buchmarkt auch für Mädels mit anderen Ansprüchen genügend Lesefutter parat hält. Meinen persönlichen Favoriten möchte ich euch heute vorstellen. Ich versuche auch nicht zu sehr zu spoilern.


Es geht nämlich um die Buchreihe Black Dagger aus der Feder von Autorin J. R. Ward.
Die beschäftigt sich mit einer Bruderschaft mehrerer Vampire, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erzfeinde genannt Lesser sowie deren Obermotz, Omega, auszuschalten.
Immerhin killen sich die herzlosen (wahrhaftig!) Albinos fröhlich durch die menschliche und vampirische Gesellschaft. Natürlich hat jeder der Brüder sein Päckchen zu tragen. Da ist der fast blinde König, der sich dem Druck zu regieren nicht stellen will. Da ist der tätowierte Schönling, der sich seinen Körper leider mit einem sehr eigensinnigen Biest teilen muss. Wieder ein Anderer hat ein ernsthaftes Drogenproblem. Und auch der Rest kämpft gegen persönliche Dämonen an. 

Was hilft solchen Kerlen am besten? Genau. Frauen. Und die liefert uns die Autorin in jedem einzelnen Band. Von Vampirfrauen, die gar nicht wissen, dass sie Vampirfrauen sind, bis zur Auserwählten aus dem vampirischen Jenseits ist alles dabei. Ist klar, dass Ward nun pro Band jeweils einen Bruder und eine Lady zusammenführt. Soweit zum Hauptteil eines jeden Buches. Parallel zur Liebesgeschichte wird die übergreifende Handlung weitergeführt, neue Charaktere vorgestellt, schon mal Appetit gemacht.

Kleiner Tipp: Mindestens die ersten zwei Bände lesen, damit die Handlung komplett in Gang kommen kann!

Gewalt, Sex und Helden


Klingt jetzt alles erstmal wenig spektakulär, irgendwie kitschig, ne? Ist es zum Glück nicht. Ich mit meiner Kitsch-Allergie, hätte Black Dagger sonst direkt weg gelegt. Der größte Pluspunkt dieser Serie ist die ausgeprägte Charakterdarstellung der Figuren. Plastisch, glaubwürdig, mit Ecken und Kanten. Das bringt sie dem Leser sehr nahe und es ist unmöglich sich nicht mit irgendwem (sind ja genug da) zu identifizieren. Das, wie ich es nenne, Boygroup-Phänonem greift hier voll.

Darüber hinaus sind die Brüder unter all ihren Problemchen richtig tolle Typen. Beziehungen zu ihren Frauen sind innig, liebevoll - ja, sie beten ihre Beste regelrecht an, auch wenn die Fetzen fliegen. Diese Kerle haben die richtigen Werte, jawoll! Dass man manchmal denkt, warum unsere echten Männer nicht aus so sein können, ist gewollt.

Wie die Begriffe Vampir und Fantasy schon implizieren, muss es ja auch irgendwo noch heiß her gehen. Und das tut es. Wer Black Dagger gelesen hat, wird bei literarischen Ergüssen wie 50 Shades of Grey bestenfalls müde lächeln. Die Buchreihe besteht zu einem beachtlichen Teil aus Sex. Leidenschaftlich triefendem Sex. Ein Wunder, dass die Buchseiten nicht nass werden. Doch wer jetzt an hingeklatschten Liebesszenen denkt, weil sie "halt geschrieben werden mussten", der irrt. Die Akte sind zum Großteil mit einer solchen Hingabe und Schönheit geschrieben, dass sie das Buch sogar noch aufwerten. 

Und auch wenn Ward letztlich jeden Bruder in seinem eigenen Band abgefrühstückt hat, ist die Luft trotzdem nie raus. Weil sie gekonnt eine übergreifende Handlung konstruiert, die einfach zieht. Man will wissen, wie es weitergeht. Sofort! Was wird aus..? Was passiert nach...? Und da war doch noch..! Auch das Friede-Freude-Eierkuchen Gesetz für glückliche Paare wird von Ward hier und da mal ignoriert. Diverse Wandlungen im Plot reißen den Leser von seinen unvorbereiteten Füßen. Manche Charaktere sterben, leiden oder verschwinden gar über Bände hinweg von der Bildfläche.

Für Zartbesaitete ist diese Reihe auch nur bedingt etwas. Selbstverständlich kann man einen erbitterten Kampf zweier Gemeinschaften nicht unblutig darstellen. In Black Dagger wird daher fröhlich rumgeprügelt, erschossen, aufgeschlitzt, hochgejagt, abgefackelt. Das passt aber sehr gut zur animalischen Seite unserer Lieblingsbrüder, die ja immerhin recht triebgesteuerte Vampire sind. 

Besser im Original lesen


Wer Englisch spricht, sollte diese Buchreihe unbedingt im Original lesen. Das hat zwei Gründe. Zuerst einmal wurde jeder englische Originalband in der deutschen Ausgabe in zwei Hälften geteilt. 1 englisches Buch = 2 deutsche. Wer sich fürs Original entscheidet, spart also nicht nur Geld, sondern genießt auch noch den herrlich unverfälschten, teils deftigen Ton der Brüder. Manche Witze ziehen auf Deutsch einfach nicht, weil durch die Übersetzung die Pointe verloren geht. Außerdem strotzt Black Dagger vor Umgangssprache, wer also noch was lernen will, ist hier genau richtig.

Das Original ist dennoch eher leichte Kost. Einfach verständlich fliegen die Buchseiten nur so dahin. Da stört es auch nicht, wenn der Band mal wieder über 500 Seiten stark ist. Ob die Teilung für die deutsche Auflage nötig war? Sicher nicht. Aber rentabler.

Fazit?


Ja, Frau Ward hat es geschafft eine spannende Buchreihe für die Freunde erwachsener Vampirliteratur zu schreiben. Black Dagger ist mit Sicherheit nichts für Anhänger der einfach gestrickten Liebesromane. Vampire hin oder her. Äußerst gelungen ist die Kombination von einem überraschend guten Plot und dem eher erwarteten Vampir-Gedöns. Die Mischung ist süchtig machend. Köstlich. Man möchte sich die Finger lecken.

Mir ist völlig unbegreiflich, warum diese Reihe nicht mehr männliche Anhänger hat, sind hier doch alle Aspekte einer "typischen Männergeschichte" enthalten. Sex, Knarren und Spannung.
Gut, mit den doofen Buchtiteln und den eher mäßigen Covern reißt man die Herren der Schöpfung sicher wenig mit...

Insofern hoffe ich auf eine TV-Adaption in Form einer Serie. Irgendwann. Bis dahin müsst ihr diese geniale Reihe leider selbst lesen.

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