Posts mit dem Label J werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label J werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Robin Jarvis: Dancing Jax #2 - Zwischenspiel

Wortwanderin | 24. Mai 2013 | / / | Kommentieren
 

Die harten Fakten
Autor: Robin Jarvis
Verlag: Script5
ISBN: 978-3839001356
Seitenzahl: 541 Seiten
Preis in D: 14,95 Euro
Erschienen: Januar 2013

Gestaltung
Gewohnt gruselig. Der tote König ziert das Cover des Buches. Erneut hat man hier das Spielkartenmotiv aufgegriffen und sich so direkt am Kern des Buches orientiert.
Inhaltsangabe
An die, die noch immer um jeden Preis Widerstand leisten (ich weiß, ein kleiner, verstreuter Haufen existiert noch), entweder weil ihr einen eisernen Willen habt oder einfach das Glück, so wie ich immun gegen diesen Wahnsinn zu sein: Ich rate euch dringend, das Land zu verlassen! Verschwindet von da. Ihr könnt nichts mehr ausrichten. Vor einigen Monaten tauchte ein merkwürdiges altes Buch in einer britischen Kleinstadt auf und zog all jene, die es lasen, in seinen Bann. Inzwischen wurde das Buch in großem Stil veröffentlicht und ganz Großbritannien ist ihm verfallen. Diejenigen, die sich seinem Einfluss widersetzten, wurden getötet. Doch es gibt einige, auf die das Buch keine Wirkung hat. Sie werden Abtrünnlinge genannt, werden verfolgt und gejagt, auch von ihren eigenen Familien und Freunden. Dies ist ihre Geschichte. Dancing Jax Zwischenspiel" ist der zweite Band einer Trilogie. Der Titel des ersten Bandes lautet Dancing Jax Auftakt .
Leseeindrücke, Inhaltliches
In Band 2 wird man regelrecht hineingeworfen. Nach dem dramatischen Ende von Band 1 erwartet man zunächst, dass direkt an den Vorgänger angeknüpft wird. Passiert aber nicht. Das Zwischenspiel liegt zeitlich ein paar Monate nach Ende von Auftakt und seitdem haben sich so einige Dinge getan. Uns wird deutlich gemacht, dass jetzt ganz Großbritannien in der Gewalt des magischen Buches Dancing Jax ist. Wer sich noch immer sträubt, oder auf den die Magie der Worte einfach keine Wirkung hat, der wird gnadenlos gejagt, getötet oder weggesperrt.

Letzteres passiert mit einem Haufen Kinder und junger Teenies, die in einer Art Lager zusammengepfercht werden um dort endlich die Buchwelt um das Königreich Mooncaster für sich zu entdecken. Der harte Kern besteht aus einer kleinen Gruppe unterschiedlichster Charaktere, die sich natürlich alle nicht ganz grün sind. In solchen Zeiten vertraut man eben nicht mehr so schnell. Das Buch beschreibt die dramatischen Ereignisse innerhalb des Lagers, welches vom Jangler, dem Schlüsselmeister des „Königs“, geleitet und überwacht wird. Der Geist des Obermotz Fellows, dem Autor des magischen Buches, versteckt sich derweil in einem der Kinder und infiltriert die Gruppe. Wer es nicht schafft, sich bekehren zu lassen und doch zum „Jaxer“ zu werden, erfährt Qual und Tod. So bleibt den Kindern nur die Sicherheit auf einen grauenvollen Ausgang. Bis Barbiegirl Charm einen Stein ins Rollen bringt, der das Blatt wendet...

Besonders berührt hat mich hier die Intensität mit der Jarvis beschreibt, wie die Kinder schließlich Freunde werden. Wie man Seiten an ihnen kennenlernt, die man nicht erwartet hätte. Er zeigt uns, dass nichts ist wie es scheint und jeder ein Held sein kann. Diese schönen Momente stehen in krassem Gegensatz zu den teilweise wirklich widerlichen Gewaltszenen. Bei einer habe ich vor lauter Ekel das Buch erst einmal beiseite legen müssen.

Jarvis schreibt nach wie vor entspannt nüchtern ohne zuviel Ausschmückung. Die Welt um Mooncaster erledigt mit ihrer Bildgewalt diesen Job auch alleine. Der Autor nimmt uns diesmal etwas länger mit und zeigt, wie man im Dörfchen Mooncot lebt. Eine spannende Reise, von der ich gerne noch mehr gelesen hätte! Im Vergleich zu Band 1 geht es hier deutlich schneller zur Sache. Kein langsamer Aufbau mehr, sondern eine feste Situation, die es sofort zu meistern gilt. So ist man auch als Leser sofort gebannt, betroffen und gespannt.
Fazit
Hat mir besser gefallen als Band 1. Das Grauen in der Welt von DJ hat sich ausgeweitet und schockiert auch den Leser. Auch gesellschaftliche Aspekte sind hier äußerst spannend aufbereitet. Ich habe dieses Buch regelrecht aufgesogen und wurde auf keiner Seite enttäuscht. Von mir und eine klare Empfehlung.

Dieser Bericht erschien auch auf anderen Meinungsplattformen.

Robin Jarvis: Dancing Jax - Auftakt

Wortwanderin | 24. Mai 2013 | / / | Kommentieren
Buchdaten

Autor: Robin Jarvis 
Titel: Dancing Jax - Auftakt (Dancing Jax #1)
Verlag: Script5
ISBN: 978-3839001349
Seitenzahl: 544 Seiten
Preis in D: 14,95 Euro

Gestaltung
Das Cover ist ein absoluter Hingucker und war für mich der Auslöser, dieses Buch überhaupt in die Hand zu nehmen. Gestaltet wie eine Spielkarte, weist das Cover den Weg zur Geschichte. Der Look ist Programm, ebenso wie der von einer Clownsmütze geschmückte Totenschädel. Eine sehr aufwändige Covergestaltung, die mir durchweg gefällt.

Inhalt

„Einige Bücher sind schädlich, sogar gefährlich. Sie verdrehen einem den Kopf und geben den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele Nahrung. Sie sollten verbannt oder vernichtet werden. Diese Geschichte handelt von solch einem Buch. Ich hoffe, es gibt noch genug von euch da draußen, die das hier lesen und mir glauben und sich zur Wehr setzen können bevor es zu spät ist. Ein altertümlich wirkendes und zunächst harmlos erscheinendes Buch taucht in einer englischen Kleinstadt auf und ergreift Besitz von seinen Lesern. Immer mehr Menschen werden von dem Buch befallen und zu willenlosen Charakteren der Geschichte. Der diabolische Plan des Autors scheint aufzugehen.“ (Quelle: amazon.de)
Leseeindrücke
Jarvis bedient sich einer recht nüchternen Sprache. Er schmückt nicht übermäßig aus, seine Sätze sind klar und wenig verschachtelt. Der teilweise recht schrillen Welt, die er schildert, wirkt das angenehm entgegen. Der Lesefluss ist gut, wird nicht unterbrochen und so fliegen die Seiten dahin.Ich habe eine Weile gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden. Der Eindruck, dass es mindestens die Hälfte nur vor sich hinplätschert, ließ mich lange nicht los. Doch während ich noch überlegte, wann es denn nun losgeht, hatte mich Dancing Jax schon gepackt - ich hatte es nur nicht bemerkt.

Da ist nun am Anfang also diese Truppe Kleinkrimineller, deren Anführer vom Geist eines längst verstorbenen Schwarzmagiers besessen wird. In dessen heruntergekommenem Haus lagern diverse Kisten mit Büchern. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei lediglich um zig Exemplare eines Märchenbuches für Kinder – Dancing Jax. Liest man jedoch darin, wird man in die schillernd schrille Welt von Mooncaster gezogen und hält sich fortan für einen Charakter des Buches und sein eigentliches Leben für einen grauen Traum.

Den Mittelpunkt der Geschichte bildet eine Schule, auf der die 11-jährige Paul geht.
Als die ersten seiner Mitschüler apathisch im Unterricht hocken, sich Spielkarten an die Jacken pinnen und ihre Pausen plötzlich fanatisch lesend verbringen, hält er es erst einmal für einen seltsamen neuen Trend. Doch dieser nimmt immer schrägere Züge an. Wer noch nicht zu den „Jaxern“ gehört, wird teilweise gewaltsam bekehrt – und auch hinter Paul ist man her. Der leistest jedoch Widerstand und gehört damit zu einer stetig schrumpfenden Anzahl von Rebellen, die zu Gejagten werden. Unterstützung findet er in seinem Vater Martin, der versucht die Ursache des Wahnsinns zu ergründen.Was besonders beeindruckend auf mich war, ist nicht etwa der eigentliche Plot um Paul und Martin, sondern die Schilderungen wie sehr DJ die Menschen verändert. Besessen von den magischen Worten kippt nicht nur die komplette soziale Struktur, sondern es findet eine regelrechte Stigmatisierung der Unbekehrten statt. Die stattfindende Gewalt steht im krassen Kontrast zu der opulenten Märchenwelt, in der alle zu leben meinen.


So ist Dancing Jax nicht nur ein spannendes Jugendbuch, das zum Ende hin immer mehr aufblüht, sondern schildert auch ein teilweise erschütternd bis widerlich, was Menschen „im Wahn“ tun. Die ausgearbeitete Charakterführung und die ergreifende Darstellung zwischenmenschlicher Konflikte, ist letztendlich das, wovon dieses Buch lebt.

Fazit

Ein gelungener – wortwörtlicher – Auftakt, der zu begeistern versteht.
Jarvis beschreibt das Grauen hinter der bunten Fassade gekonnt und kreiert einen Sog, aus dem man kaum mehr hinaus kommt. Ich habe Dancing Jax 1 sehr gerne gelesen und empfehle es weiter. 


Dieser Bericht erschien auch auf anderen Meinungsplattformen.
Bildquelle: www.script5.de 

linkwithin